Wie beeinflusst der Derivate Hebel die Trading Chancen?

Der verfügbare Hebel von derivaten Handelsinstrumenten – vor allem den CFDs und Knock-outs – beeinflusst nachhaltig den Tradingerfolg. Bedauerlicherweise sinkt dieser Erfolg mit erhöhtem Trading-Leverage (Handelshebel). Das geht aus einer umfangreichen Untersuchung des Fachmagazins DailyFX hervor. Geprüft wurden – der Zielrichtung der Publikation entsprechend – vor allem Trades im Forexbereich.

Wie beeinflusst der Hebel das Trading?

Derivate HebelEs gibt in der vorliegenden Untersuchung einige interessante Aussagen. Demnach zieht ein hohes Leverage die Trader an. Es kann die Gewinne erhöhen, jedoch steigen damit auch die Verluste. Das erweist sich in der Praxis überwiegend als kontraproduktiv. Die Autoren der Studie haben hierzu Statistiken von realen Tradern ausgewertet, die vor allem im Forex-Markt aktiv sind. Dort sind die verfügbaren Hebel besonders hoch, sie erreichen gern Größenordnungen von 1:100 oder auch deutlich darüber (1:200 bis 1:500, in Extremfällen noch höher). Das motiviert die Trader, denn sie können eine weitaus größere Trading-Position in Relation zu ihrem verfügbaren Kapital kontrollieren. Natürlich ist das Leverage ein wirksames Werkzeug, es kann bei günstigen Positionen Tagesgewinne von 10, 20 und auch 50 Prozent ermöglichen. Doch vergrößert es auch die Verluste und gehört damit zu den Hauptgefahren beim Trading. Die Studie von DailyFX belegt, dass es zu oft falsch eingesetzt wird: Die Verluste wachsen zu stark an.

Durchführung der Studie zum Trading mit hohem Hebel

Für die Studie wurden 13 Millionen Trades mit Echtgeld auf der FXCM Trading Plattform ausgewertet. Ganz eindeutig korrelierten die Höhe von Leverage und Rentabilität negativ. Dabei waren die durchschnittlich betrachteten Leverages mit 1:5 bis 1:25 gar nicht mal besonders hoch. Viele Trader verwenden zwar auch gelegentlich einen Hebel von 1:100 oder höher, im großen Durchschnitt halten sie sich aber mit dem Leverage zurück. Die Ergebnisse der Korrelation zwischen Leverage und Rentabilität stellen sich wie folgt dar:

  • Hebel kleiner 1:5 = 40 % rentable Trader
  • Hebel 1:5 bis 1:10 = 29 % rentable Trader
  • Hebel 1:10 bis 1:25 = 22 % rentable Trader
  • Hebel über 1:25 = 17 % rentable Trader

Das bedeutet im Klartext: Von allen Tradern, die mit höheren Hebeln als 1:25 handeln, verdienen nur noch 17 % überhaupt Geld, der Rest verliert per saldo an den Märkten.

Begründung aus Sicht der Studienautoren

Der Autorenansatz läuft auf die Untersuchung der Trader-Psychologie hinaus. Trading mit hohem Hebel wird durch Gier getrieben und führt bei Verlusten zu irrationaler Angst, die Fehlentscheidungen verursacht. Das lässt sich an der Zahl der erfolgreichen Trades ablesen. Trades mit einem Hebel unter 1:5 waren zu 61 Prozent rentabel, bei einem Leverage von über 1:25 waren es nur noch 48 Prozent. Damit sind noch nicht die absoluten oder auch prozentualen Gewinne und Verluste erfasst. Jedoch gerät der Trader, der mehr als die Hälfte seiner Aktionen mit einem Verlust abschließt, in eine psychologische Abwärtsspirale. Er könnte zum Beispiel ängstlich werden und damit potenziell gewinnbringende Trades auslassen. Der Trader, der überwiegend gewinnt, hält eine Strategie viel eher durch.

Einfluss der Kapitalisierung auf das Trading

Wie viel Kapital ein Trader zur Verfügung hat und mit welchem Hebel er dieses einsetzt, ist der Dreh- und Angelpunkt für den Erfolg. Leider tendieren Trader zum Versuch, mit wenig Kapital, aber hohem Hebel schnelle Erfolge erzielen zu wollen. Das misslingt regelmäßig. Es gibt den Grundsatz bei jedem Trading, dass pro Aktion nur ein geringer Prozentsatz des zur Verfügung stehenden Kapitals riskiert werden sollte, den erfahrene Trader zwischen 1,5 bis bestenfalls 4,0 % ansiedeln. Es funktioniert auch mit 5 – 10 %, aber nur mit Glück und sehr viel Können. Daraus erschließt sich, dass mit wenig Kapital der Hebel gerade niedrig zu halten ist, damit das Trading gelingt. Diese Trader müssen Geduld aufbringen, bis sie ihr Konto entsprechend aufgebaut haben.


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