Was sind Oszillatoren?

Oszillatoren sind eine Art von Indikatoren, die ihren Namen aus der oszillierenden Darstellung erhalten. Ihre Werte pendeln zwischen Extremwerten (oft 0 und 100, aber auch Minuswerte sind möglich), zusätzlich gibt es oft Referenzlinien wie eine Mittellinie oder 20 % über dem niedrigsten und unter dem höchsten Niveau.

Es gibt andere Indikatoren, die nicht diese Darstellung bieten, etwa ein gleitender Durchschnitt. Die bekanntesten Oszillatoren sind Aaron, Chaikin, Fast & Slow Stochastik, RSI, %Price, Rate of Change und DSS Bressert.

Was lässt sich am ehesten aus Oszillatoren ablesen?

momentum oszillatorenÜberkaufte und überverkaufte Märkte sind am schnellsten durch einen Oszillator zur erkennen. Ihre zweitwichtigste Funktion ist das Aufzeigen von Divergenzen. Es gibt Trader, die den Kurs und am Oszillator nur das Erscheinen einer Divergenz beobachten. Die Divergenz ist wichtig, um mögliche Trendwechsel zu antizipieren. Der Oszillator könnte nämlich aufzeigen, dass das Momentum in einem Aufwärtstrend deutlich sinkt, während der Kurs noch kräftig steigt. Ein Oszillator wie %Price zeigt an, dass ein Markt „dünn“ wird, also die Volumina deutlich sinken. All das führt zu Divergenzen und damit wahrscheinlich zu einem Trendwechsel. Diese Zeichen sind allein am Kurs nicht zu erkennen.

Verbessertes Timing durch Oszillatoren

Auch wenn Oszillatoren nur das zeigen, was schon geschieht beziehungsweise kürzlich geschehen ist, ermöglichen sie in einem gewissen Umfang ein Antizipieren des Marktes. Das hängt auch von ihrer Darstellung und – sehr wichtig – der gewählten Zeiteinstellung ab. Jeder Oszillator kann nach bestimmten Perioden programmiert werden. Hierfür gibt es einige Standards, die aber wiederum für bestimmte Märkte konzipiert wurden. So wurden wichtige Oszillatoren in den 1980er bis 1990er Jahren für den Aktienmarkt entwickelt, ihre Perioden erstrecken sich über Tage und Wochen. Derivate wurden damit nicht gehandelt. Trader können also die Standard-Periodeneinstellung nicht auf den Derivatehandel im Minutentakt übertragen. Vielmehr müssen sie ein wenig mit den Einstellungen für bestimmte Märkte experimentieren, damit der Oszillator die Extremphasen des Marktes rechtzeitig herausfiltert.

Umgang mit den Oszillatoren

Es gibt sehr viele Oszillatoren, die sich teilweise im Signalbezug und damit auch der Signalgebung ähneln. Trader müssen daher nicht jeden Oszillator einsetzen, neben einem gleitenden Durchschnitt werden zwischen zwei bis fünf zusätzliche Indikatoren – darunter vielleicht ein bis vier Oszillatoren – empfohlen. Das hängt natürlich von der Fähigkeit des Traders ab, entsprechend viele Signale zu verarbeiten. Wer mit dem MetaTrader handelt, kann wiederum auch mehrere Oszillatoren für die Programmierung eines Expert Advisors verwenden. Dieses automatische Programm für den Handel kann sehr viele Signale verarbeiten.

Wie sind die Oszillatoren aufgebaut?

Die Oszillatorlinie schwingt permanent zwischen einem oberen und einem unteren Wert in einer Bandbreite beispielsweise zwischen den Linien 0 und 100, hinzu kommt die Mittelpunktslinie bei 50. Ein Momentum-Oszillator beispielsweise kann den Extremwert 100 anstreben und damit anzeigen, dass der Markt überkauft oder überverkauft ist. Merke: Der Oszillator zeigt das Momentum der Bewegung unabhängig von deren Richtung an, er kann also auch im Abwärtsmarkt dem Wert 100 zustreben. Gerade im Aufwärtsmarkt geht man davon aus, dass dieser Zustand nicht ewig anhalten wird (Abwärtsmärkte weisen oft ein stärkeres Momentum auf).

Der kluge Trader wird daher keine neuen Call-Positionen eröffnen und für die bestehenden den Stopp möglichst dicht heranziehen, um Gewinne zu sichern. Wenn nun der Oszillator den Extremwert erreicht und sich anschließend in die Gegenrichtung bewegt, dürfte der Trendwechsel kurz bevorstehen. Das Kreuzen der Mittellinie von oben nach unten zeigt beim Momentum-Oszillator einen sehr viel schwächer werdenden Trend an (unabhängig von der Richtung!), das bedeutet, Positionen mit komfortablen Stopps zu sichern. Der Kurs könnte in eine Konsolidierung übergehen.

Wie sicher sind Signale von Oszillatoren?

Die Signalgebung wird zuverlässiger, wenn der Trader die Periodeneinstellung den Marktverhältnissen entsprechend vornimmt. Doch Oszillatoren bieten wie alle anderen Trading-Signale nur eine Hilfestellung und keine „mathematische“ Sicherheit, was genau am Markt passieren wird.


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