Was ist ein Hedgefonds?


Das Börse Stuttgart TV erklärt zusammen mit Michael Bloss, Finanzbuchautor und EIFD-Direktor, wie ein Hedgefonds arbeitet.

Wie agiert nun ein Hedgefonds?

Bei Hedgefonds gibt es zwei Strategien: die directionale und non-directionale Strategie.

Einige Punkte der directionalen Strategie sind:
Long/Short Equity: Hedgefonds handeln – entgegen der klassischen Fonds – mit Long- und Short-Positionen. Es wird davon ausgegangen, dass sich Unternehmen zukünftig besser und schlechter entwickeln. Auf diese Kursentwicklung wird gesetzt. Vielen Anlegern ist dieses Agieren bekannt.

Global-Macro-Stategie: Hier ist der Handel rund um Derivate- und Währungsprodukte zu finden. Ebenfalls in die Strategie gehören die Investments in Wachstumsmärkte, die Emerging Markets.

Auf der anderen Seite gibt es den großen Block der Non-directionalen Strategien.
Dazu gehört z.B. die Event-Driven-Strategie. Unternehmen werden aufgekauft und wieder in Privathand geführt oder ein Unternehmen wird wieder zergliedert. Dies sorgt für eine Marktbereinigung.
Zu diesem Bereich gehören auch IPOs oder Delistings, d.h. es werden Unternehmen an die Börse gebracht oder wird wieder von der Börse genommen.

Der nächste große Bereich betrifft die Arbitrage-Geschäfte. Market Neutral Arbitrage – es werden Kursungleichgewichte zwischen zwei verschiedenen Börsen ausgenutzt. Es wird eine Position an zwei verschiedenen Börsenplätzen im gleichen Moment gekauft und wieder verkauft. Mit den Arbitrage-Geschäften wird unwahrscheinlich viel Liquidität in den Markt gebracht, der Gewinn hingegen ist aufgrund der geringen Kursbewegungen minimal.

In dem Wort Hedgefonds steckt auch das Wort „hegden“ und steht für Risiken absichern. Es sagt aber auch aus, dass in einem Hedgefonds benchmarklos investiert wird. D.h. in jeder Börsenlage kann ein positiver Deckungsbeitrag erwirtschaftet werden. Für den Investor bedeutet es, dass er von steigenden wie von fallenden Märkten profitieren kann.

Einen großen Bereich nehmen die Leerverkäufe ein. Sie werden auf zwei Arten durchgeführt.
Mittels Kassa-Leerverkäufe wird eine Aktien verkauft, die der Hedgefonds nicht im Eigenbestand hat.
Mittels eines Leihe-Geschäftes wird der Verkauf und Rückkauf abgewickelt. Die Differenz zwischen Verkaufs- und Kaufkurs ist der Profit.

Die zweite Möglichkeit ist der Leerverkauf über Derivate, über Termingeschäfte. Nicht außer acht gelassen werden sollte aber das sehr hohe Risiko, mit welchem hier gehandelt wird. Durch diese Transaktionen werden Liquiditäten am Markt geschaffen, die sonst nicht vorhanden wären.

Kritisch wird auch die sehr spekulative und offensive Geschäftspolitik der Hedgefonds betrachtet.
Investoren in Hedgefonds wissen, in welches Produkt sie investieren und welche Risiken damit verbunden sind. Investments in die Fonds dieser Art werden in der Größenordnung von 10 bis 100 Millionen getätigt. Privatanlegern ist der Zugang zu Hedgefonds nur sehr schwer möglich.

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