Trading Bücher – Die eigene Trading Strategie finden

Zum Trading gibt es zahllose Publikationen, die das Thema aus den unterschiedlichsten Blickwinkeln betrachten. Das Verhältnis der Trader zu diesen Publikationen wandelt sich im Laufe der Zeit: Einsteiger verschlingen alles, was sie finden können, was per se kein schlechter Weg ist, um etwas zu lernen.

trading bücherDas würden wir uns von den Kindern in der Schule auch wünschen. Nach einer gewissen Zeit und möglicherweise nach einigen Misserfolgen erhält das Verhältnis zur Trading-Literatur einen ambivalenten Beigeschmack: Trader, die mit publizierten Methoden selbst keinen Erfolg hatten, wissen nicht mehr, was sie davon halten sollen. Nach wie vor sind sie lernbegierig, doch einiges scheint nur auf dem Papier, aber nicht in der Praxis zu funktionieren. Erfahrene Trader schließlich studieren nur das, was zu ihrem Tradingstil passt. Da dieser Stil wechseln kann, bilden sie sich permanent weiter.

Gibt es unseriöse Literatur zum Trading?
Es sind diesbezüglich praktisch keine Fälle von ernsthaften Tradern bekannt. Wichtig zu wissen: Relevanz haben nur Publikationen von Tradern, die selbst in der Praxis nachweislich an den Märkten ihr Geld verdienen. Davon zu unterscheiden sind marketinggetriebene Werbevideos und -texte, die von Brokern in Auftrag gegeben werden und die mit einer simplen Methode schnelles Geld versprechen. Trading ist jedoch nicht simpel. Ein vernünftiger Trader wird die Spreu schnell vom Weizen trennen. Doch woran liegt es, dass manche publizierten Methoden nicht zu funktionieren scheinen, selbst wenn sich der Trader so genau wie möglich an die Vorgaben hält?

Kritische Würdigung historischer Publikationen
Es gibt Trading-Literatur der 1970er bis 1990er Jahre, die Situationen beschreibt, die moderne Trader nicht mehr kennen. Drei wichtige Fakten unterschieden das damalige Trading von unserer heutigen Online- und Derivate-Welt:

  • Trader handelten durchaus schon am heimischen Bildschirm. Sie gaben aber Orders telefonisch an ihren Broker auf. Die dadurch entstehende Verzögerung mussten sie einkalkulieren. Dabei handelten auch sie schon Forexwerte, Öl, Gold und Indizes nach 1- bis 5-Minuten-Charts.
  • Die Ordergebühren waren nicht zu unterschätzen. Heute gibt es vielfach gebührenfreies Trading bei CFDs oder Binären Optionen.
  • Die ganze Welt der Derivate war längst nicht so vielfältig wie heute strukturiert. Knock-outs gibt es erst seit 2003, CFDs seit 2005, Binäre Optionen erst seit 2008. Die damaligen Trader handelten grundsätzlich höher kapitalisiert.

Diese Fakten schlagen sich in der Literatur aus jener Zeit nieder. Es geht sehr oft um das Management des Tradings, das Verhältnis zum Broker und auch um das Verdienen von Ordergebühren, das heute oft keine Rolle mehr spielt. Doch die grundsätzlichen charttechnischen Muster, die in jener Literatur beschrieben werden, existieren nach wie vor. Viele dieser Muster lassen sich in allen Zeithorizonten anwenden. Einige der großen Trader stammen aus Familien, die jene Muster schon im 19. Jahrhundert identifizierten und einsetzten. Die Technik wandelte sich, die Gesetze der Märkte aber nicht.

Warum habe ich dann keinen Erfolg mit dieser Literatur?
Trading-Literatur hat einen Haken: Sie beschreibt das ganz spezielle Trading einer ganz bestimmten Person, nämlich des Autors. Den großen Publizisten auf dem Gebiet ist natürlich klar, wie komplex Trading eigentlich ist, dennoch erwähnen sie höchstens am Rande, dass jeder Mensch seinen eigenen Stil finden muss. Uns darf diese Haltung eines Publizisten nicht verwundern, schließlich möchte er sein Buch verkaufen oder wenigstens um der Ehre willen seine Weisheiten unters Volk bringen. Doch in Wahrheit ist Trading so individuell wie unser einmaliger Fingerabdruck.

  • Jeder Trader hat bestimmte Zeit- und Kapitalressourcen. Diese wechseln im Laufe der Zeit.
  • Jeder Trader hat bestimmte Vorstellungen vom Erfolg, bestimmte Ziele und Wünsche.
  • Die Natur eines Spielers ist in Tradern unterschiedlich stark verwurzelt.
  • Die Temperamente unterscheiden sich. Trading erfordert oft Geduld. Gerade kreative, energiegeladene Manager versagen daher allzu oft beim Trading. Sie können ein Unternehmen steuern, aber nicht das Universum der Finanzmärkte.

Daraus resultiert, dass die erste Aufgabe darin besteht, den eigenen Stil beim Trading zu finden. Die Möglichkeiten, ihn gewinnbringend umzusetzen, sind gigantisch groß.


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