Tick Rules an NASDAQ und NYSE/AMEX

Um zu verhindern, dass Shorter aufgrund stark fallender Aktien erbarmungslos unter Druck gesetzt werden, sind Leerverkäufe nur bei steigenden Kursen erlaubt. Unterschieden werden muss jedoch unter Short Sales an der NASDAQ und an der NYSE/ AMEX. An der NASDAQ unterliegen Leerverkäufe der sogenannte Uptick Rule. Diese Regel gibt vor, dass der Geldkurs (Bid) immer höher sein muss als der vorangegangene Kurs. Diese Uptick Rule gilt hingegen für Market Maker nicht.

Uptick Rule – höhere Preisnotierung als vorherige Notierung

Wer Aktien an der NYSE/AMEX shorten möchte, muss die sogenannte Zero Plus Tick Rule einhalten. Diese Regel gibt zwei unterschiedliche Vorgaben:

  • Ein Short Sale ist nur bei einem Uptick des Geldkurses (neue Preisnotierung zu einem höheren Preis als die vorangehende Notierung) möglich
  • Die Aktie muss auf dem derzeitigen Briefkurs (Ask) ohne Bewegung gehandelt werden.

Im vor- und nachbörslichen Handel gilt die Uptick Rule nicht, jedoch sind Transaktionen innerhalb dieser Phasen mit einem erhöhten Risiko behaftet, da der Markt dann kleiner ist und schon kleine Orders dafür sorgen, dass der Kurs springt. Zudem bilden Bid- und Ask-Kurse eine größere Spanne (Spread).

Für Leerverkäufer bedeutet die Entwicklung von Gewinn- und Verlust-Positionen eine völlig andere Sichtweise als für den klassischen Trader. So verzeichnet eine Gewinnposition bei ständig fallendem Kurs immer geringere Gewinnzuwächse, während eine Verlustposition bei einem steigenden Kurs höhere Verluste produziert – diese Eigenschaft macht das Leerverkaufen sehr gefährlich.

Short Squeeze – Angebotsknappheit der Wertpapiere

Shorts können nicht einfach so ausgesessen werden, denn wie der Begriff Short schon aussagt, bedeutet er auch kurz. Die meisten Leerverkäufer sind sich dieser Problematik bewusst und sind schnell bereit, eine Verlustposition wieder aufzugeben und durch Käufe zu covern.

Durch jeden Kauf wird dazu beigetragen, dass der Kurs auch weiter ansteigt, was wiederum andere Shorter dazu bewegt, zu covern. Da die Leerverkäufer aus der Aktie herausgepresst werden, wird das Ganze auch Short Squeeze genannt. Demnach ist Short Squeeze die Angebotsknappheit einer Aktie, die zuvor in großer Stückzahl leerverkauft wurde. Nach dem Shorten müssen die aus den Leerverkäufen resultierenden offenen Positionen glattgestellt werden.

Manche Anleger und Trader suchen ganz gezielt nach Short Squeeze Kandidaten, da sie erwarten, dass intensiv geshortete Aktien auch eine große Chance besitzen, stark zu steigen. Hilfreich für die Suche nach entsprechenden Aktien bietet die Short Sale List des Federal Reserve Board, die von der der US-Börsenaufsicht zu einem bestimmten Stichtag veröffentlicht wird und die Anzahl der ausstehenden Leerverkäufe auflistet.


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