RSI Indikator: Was ist Relative Stärke nach Levy

Für die Auswahl von Aktien und Märkten wird häufig die so genannte Relative Stärke nach Robert Levy genutzt. Was ist Relative Stärke nach Levy und was steckt hinter der Strategie von Levy? Lothar Albert, Chefredakteur des TRADERS´ Magazin, erläutert die Strategie in einem Interview mit dem Börse Stuttgart TV.

Bei der Relativen Stärke nach Levy wird eine Kennzahl berechnet und diese mit einer Gruppe anderer Instrumente verglichen. Es werden z.B. Aktien gefiltert, die sich über einen längeren Zeitraum besser entwickelt haben als andere.

In der Berechnung werden der aktuelle Schlusskurs einer Periode (z.B. Tageskurs) und ein gleitender Durchschnitt ins Verhältnis gesetzt. Dieser Wert schwankt um 1,00. Ein Wert über 1,00 zeigt Stärke an, ein Wert unter 1,00 hingegen Schwäche. Die stärksten Werte einer Rangliste werden gekauft, die schwächsten verkauft.

Der Gedanke hinter dieser Strategie ist, dass Aktien nicht wahllos die Position in der Rangliste ändern, sondern dass sie ein Trendverhalten aufweisen. Das versetzt den Trader in die Lage, immer in den stärksten Werten investiert zu sein.

Die Relative Stärke gibt nicht an, ob man in einem Wert short gehen kann, wenn er einen Wert unter 1 anzeigt. Hier ist der Gesamtmarkt zu beachten, denn es ist nicht auszuschließen, das auch Werte mit einer schlechten Kennzahl steigen werden, wenn der Gesamtmarkt bullish eingestellt ist.

Vorteil:
Die Gewinne können laufen gelassen werden, da die Strategie nach Levy eine trendfolgende ist. Der Einsatz von Indikatoren entfällt. Ebenso die persönliche/subjektive Einschätzung des Anlegers und damit auch die Verluste, die durch die Subjektivität entstehen.

Nachteil:
Es werden keine direkten Kauf- oder Verkaufssignale generiert. Die Einstiege erfolgen relativ spät. Die Aktie ist schon ein Stück weit gelaufen und daher nicht für Anleger geeignet, die einen Wert „günstig“ oder billig kaufen wollen. Der Einstieg in Korrekturphasen ist nicht möglich. Für Short-Positionen gibt es keine Signale. Ebenso ist der Handel für Trader, die sich entgegen dem aktuellen Trend positionieren wollen, mit dieser Strategie nur sehr schwer umsetzbar.
Außer der Rangliste liegen keine weiteren Informationen vor. Es wird relativ „hoch“ gekauft bzw. „tief“ verkauft. Als alleiniger Signalgeber ist diese Strategie ungeeignet.

Die Strategie ist für langfristig orientierte Investoren bestens geeignet, die sich nicht täglich mit dem Thema Börse und den Märkten auseinandersetzen wollen. Die Berechnungen sind einfach, Informationen sind im Internet in reicher Anzahl kostenlos zu finden. Der Arbeits- und Zeitaufwand ist gering. Die RSI-Strategie mit der Charttechnik kombiniert, mit der erfolgsversprechende Einstiegszeitpunkte gesucht werden, kann sie eine sehr profitable Strategie ergeben.

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