Geldanlage: Das Pantoffelportfolio der Stiftung Warentest

Keine Lust auf Geldanlage? Mickrige Zinsen? Substanzverlust? – Nicht verzagen, Stiftung Warentest fragen! Die Experten des Ablegers Finanztest haben ein “Pantoffelportfolio” für die Geldanlage erfunden, das auch im gegenwärtigen Zinstief des Jahres 2015 mindestens sechs Prozent jährlich einbringen soll. Es basiert auf geschickt gemixten Fonds, darunter Aktien, Renten und Staatsanleihen, die der Anleger nur ab und zu beobachten muss. Wir haben uns diese Geldanlage einmal angesehen.

Brisanz der Geldanlage: Warentester fassen heißes Eisen an

PantoffelportfolioDie Stiftung Warentest hat natürlich wie schon so oft den Nagel auf den Kopf getroffen, denn das Thema der Geldanlage ist brisanter denn je. Soeben gab es eine Premiere bei der EZB: Sie verhängte erstmals negative Zinsen. Europäische Banken, die ihr Geld tage- oder wochenweise bei der Europäischen Zentral­bank parken, zahlen seit Neuestem dafür einen kleinen Strafzins. Auch deutsche Privatbanken zogen schon nach wie die Altenburger Skatbank, die höhere Vermögen (ab 500.000 Euro) mit einem Negativzins belegt. Die Schlussfolgerung liegt nahe, sein Geld doch lieber in Aktien anzulegen. Davor schrecken viele Deutsche zurück.

Börsliche Wertpapiere waren hierzulande noch nie die Renner bei der Geldanlage, mit der Finanzkrise 2007/2008 fielen sie dann endgültig durch. Jedoch beruhigt uns die Stiftung Warentest: Aktien seien “eine gute Geld­anlage”, so die Tester, wenn man sie nur richtig anfasse. Dafür gibt es nun das Pantoffel-Portfolio, das seinen Namen von demjenigen Pantoffelhelden hat, der recht bequem ist und sich um sein Depot nicht allzu oft kümmern möchte. Diese Geldanlage gibt es natürlich in verschiedenen “Pantoffeldesigns”, sie mischt Aktien- und Rentenfonds mit sicheren Zins­anlagen. Allein auf Letztere sollten die Deutschen aktuell nicht setzen, sie bringen einfach nicht genügend ein.

Wie sieht die Geldanlage mit dem Pantoffel aus?

Es gibt mehrere Pantoffel-Portfolios für Anlegertypen, die es lieber sicher, lieber ausgewogen oder doch recht risikofreudig mögen. Der Clou ist die Umschichtung des Portfolios. Die Geldanlage erfolgt sukzessive (wie ein Sparplan) in die verschiedenen Assetklassen, jedoch gibt es Rückstufungen einzelner Klassen bei schlechter Performance (unter 20 % vom Durchschnitt). Auch Transaktionskosten berücksichtigen die Finanztester bei ihrer Geldanlage, als Rechengrundlage wählen sie verschiedene Indizes und deren Monatsrenditen aus. Euro-Staatsanleihen sind ebenso vertreten wie der MSCI World Index, die Aktien von Schwellenländern oder die aus Deutschland. Dazu setzt die Stiftung Warentest nun eine historische Simulation ein, die wir Ihnen hier ersparen, weil sie den Haken aller Prognosen auf Basis historischer Kurse hat: An der Börse wird die Zukunft gehandelt, nicht die Vergangenheit. Wer sich schon etwas länger mit der Geldanlage als die Stiftung Warentest beschäftigt, weiß das.

Soll ich mir die Finanztest Pantoffel Geldanlage anschauen?

Das kann jedermann gern tun, die Stiftung Warentest möchte dafür Geld haben. Jedoch können Sie sich diese Geldanlage auch alleine basteln, wenn Sie etwas in länger laufendes Festgeld investieren, ein paar Anteile an einem Rentenfonds kaufen und ansonsten ein wenig auf die Aktienkurse schauen. Blue Chips aus Deutschland (Dax-Werte) sind immer für eine Geldanlage gut. Das “Pantoffel-Portfolio” klingt natürlich so witzig wie bequem, aber ganz so einfach war die Geldanlage noch nie. Dennoch nehmen wir wie gewohnt etwas von der Stiftung Warentest mit: In Zeiten der Niedrigzinsen grenzt es an sträflichen Leichtsinn, bei der Geldanlage die Aktien ganz und gar außen vor zu lassen. Jedoch sollten die Anleger hierbei auf große Werte setzen, auch wenn diese auf dem Jahreschart keine große Fantasie erzeugen. Die Aktien trotzen tatsächlich aktuell wacker jeder Krise, vor allem deutsche Blue Chips sind weltweit gefragt. Wer auf diese Idee bei der Geldanlage schon 2009 gekommen wäre, könnte sich heute – alle Wirren zum Trotz – über 16 Prozent Gewinn freuen. Das richtige Timing ist bei der spekulativen Geldanlage freilich schon immer ein Problem gewesen. Da kann auch die Stiftung Warentest nicht weiterhelfen – die Entscheidung für die Investition in so eine Geldanlage muss jeder Mensch für sich treffen.


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