Dividendenstarke Aktien kaufen

Dividendenstarke Aktien sorgen für Verlässlichkeit, auch wenn ihre Kursentwicklung manchmal wenig aufregend erscheint. Die Dividende oder die Dividenden (beide Formulierungen sind gängig) sind Gewinnanteile, welche die Aktiengesellschaft an die Aktionäre ausschüttet. Üblich sind im großen Durchschnitt rund 2,5 – 4,0 %, der obere Bereich wird aber nur von wenigen Gesellschaften erreicht oder gar überschritten.

Diese Rendite bezieht sich auf die Dividende in Relation zum Aktienkurs. Wenn also die Aktie 100 Euro kostet und eine Dividende von 3,00 Euro ausgeschüttet wird, dann ist die Dividendenrendite nur halb so hoch gegenüber dem gleichen Ausschüttungsbetrag und einem Aktienkurs von 50 Euro. Dividenden müssen versteuert werden. Das Unternehmen zahlt eine Bardividende, die schon keine Körperschaftssteuer mehr enthält, Anleger müssen in Deutschland aber die Kapitalertragssteuer plus Soli und Kirchensteuer zahlen. Der Solidaritätszuschlag und die Kirchensteuer berechnen sich prozentual zur Kapitalertragssteuer, es entstehen Steuersätze zwischen rund 27 – 28 % (je nach Kirchensteuersatz).

Wie entsteht die Höhe der Dividende?

Dividendenstarke AktienDie Aktionärshauptversammlung entscheidet über die Dividendenausschüttungen. Es kann also auch Jahre ohne Dividenden geben, nach guten Geschäftsjahren erhöhen die Unternehmen gern die Dividenden, nach schlechten Jahren kürzen sie diese. Wichtig zu wissen: Kursstarke Aktien sind oft auch dividendenstarke Aktien, jedoch ist der Zusammenhang nicht zwingend. Die Dividenden werden entsprechend des Unternehmensgewinns ausgeschüttet, sie könnten zum Beispiel 40 % vom Gewinn – bezogen auf den Aktienanteil des Aktionärs – betragen. Das bedeutet: Wenn ein Unternehmen mit 100 Millionen Euro auf Aktien kapitalisiert ist und einen Gewinn von 15 Millionen Euro erwirtschaftet hat, könnte es für sechs Millionen Euro Dividenden an die Aktionäre ausschütten.




Wenn eine Aktie dann 100 Euro kostet, entstünde eine Dividendenrendite von 6,00 %, wenn die Aktie 150 Euro kostet, wären es 4,00 % Dividendenrendite. Da in Publikationen die Dividendenrendite gern genannt wird, stünde das Unternehmen mit den billigeren Aktien besser da. Das verleitet manche Unternehmen dazu, die Dividendenausschüttungen zu erhöhen. Sie gehen dabei bis zu 100 % des Gewinns und auch darüber hinaus, was wirtschaftlicher Unfug ist und an der Substanz zehrt. Anleger sollten überlegen, ob sie bei wirklich langfristigen Anlagen auf solche nur vermeintlich dividendenstarken Aktien setzen.

Was sind im Frühjahr 2015 dividendenstarke Aktien?

Folgende Werte aus dem Dax dürfen aktuell als dividendenstarke Aktien gelten:

Allianz: 4,12 %
RWE: 4,00 %
Müchner Rück: 3,82 %
E.ON: 3,52 %

Im MDax führt die Hannover Rück mit 4,27 % die Liste an, gefolgt von der Talanx AG mit 4,11 %, im TecDax zahlen die freenet AG 5,14 %, die Telefonica 4,45 % und die Drillisch AG 4,44 %. Der Durchschnitt im Dax liegt aktuell bei knapp 3,00 %, im EuroStoxx 50 sind es 3,7 %. Dividendenstarke Aktien haben in den letzten Jahren ihren Durchschnitt bei den Ausschüttungen gehalten, während die Zinsen auf Festgeldanlagen immer mehr gesunken sind. Jedoch können Anleger mit den Dividenden nicht kalkulieren: Diese können und werden alljährlich schwanken.

Dividendenstarke Aktien und Dividendenaristokraten

Die Höhe der Dividende ist ein Aspekt, langfristig orientierte Aktienkäufer werden aber daran interessiert sein, beständige Unternehmen zu finden. Diese Firmen, die über viele Jahre eine im Durchschnitt nicht schlechte Dividende ausschütten, nennt der Börsenjargon „Dividendenaristokraten“. Es sind die Könige der dividendenstarken Aktien. Wichtig ist das, weil schließlich gerade eine Aktie über viele Jahre gehalten wird. Je nach Dividendenzahlung zu kaufen oder zu verkaufen dürfte sich als kontraproduktiv erweisen. Einige US-Aktien sind für ihre Aristokratie bekannt, darunter Coca Cola, Procter & Gamble, McDonalds und ExxonMobil. Die Dividendenkultur ist in den USA auch aus steuerlichen Gründen besser ausgeprägt als in Europa. Es gibt sogar einen Index, der diese aristokratischen Aktien abbildet, den S&P Dividend Aristocrats. Hier sind Aktien vertreten, die in den letzten 25 Jahren ihre Dividenden stetig erhöht haben.


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