Chancen und Risiken binärer Optionen

Binäre Optionen generieren aufgrund bestimmter, auch brokerabhängiger Eigenschaften hohe Gewinnchancen, denen Totalverlustrisiken gegenüberstehen. Diese Risiken sind dennoch zu begrenzen, wenn auch auf eine gänzlich andere Weise als bei klassischen Derivaten. Der Kapitaleinsatz pro Option bestimmt bei Binären Optionen das Gesamtrisiko für den Trader, während Risiken von klassischen Derivaten in der Regel durch einen Stopploss begrenzt werden, den es bei Binären Optionen nicht gibt.

Chancen Binärer Optionen

Die Chancen Binärer Optionen sind in sehr vielen Fällen höher zu bewerten als die klassischer Derivate. Das basiert auf der einfachen Tatsache, dass Gewinne um 70 bis 90 Prozent auf die einfachen Call- und Put-Optionen auch dann ausgeschüttet werden, wenn das Ereignis – der Anstieg oder Fall des Basiswertkurses – nur sehr marginal eingetreten ist. Sollte also ein Trader beispielsweise einen Call auf den Dax gebucht haben und der Index nur um fünf Punkte gestiegen sein, erhält der Trader vielleicht 80 % Gewinn ausgezahlt, was mit einem anderen Derivat definitiv nicht möglich ist.

Chancen & Risiken binärer Optionen

Eigentlich steht ihm der Gewinn schon bei nur einem Punkt Gewinn zu, jedoch sollten Trader nicht auf Mini-Differenzen spekulieren, weil es hier hinsichtlich des Datenfeeds Ungenauigkeiten geben könnte. Jedoch müssen Trader beachten, dass die Gestaltung des Handels durch den Broker die Chancen sehr beeinflusst. Dazu gehört unter anderem der Mindestkapitaleinsatz. Je geringer dieser ausfällt, desto mehr kann der Trader diversifizieren. Wenn ein Broker den Handel schon mit fünf oder zehn Euro pro Option ermöglicht, könnte sich der Trader etwa 20 Basiswerte suchen, auf diese je zehn Euro setzen und hoffen, dass er bei einer Gewinnausschüttung von 80 % eine Trefferquote von 65 % erzielt, was ihn über den Break-eaven bringt: Er hat dann 70 Euro verloren und 104 Euro gewonnen, also auf seinen Gesamteinsatz 34 Euro gewonnen.

Sollte der Trader vernünftig spekuliert und nicht nur gespielt haben, ist das ein realistisches Szenario. Bei den High Yields – den Superprofiten auf Touch-Optionen – können sogar Gewinne von mehreren Hundert Prozent entstehen. Die Rechnung stellt sich hierbei aber anders dar, denn diese Spekulationen gelten als sehr schwierig, ihr Gelingen hängt unter anderem von der Festlegung der Preisgrenze für den Touch ab. Diese Grenze legt der Broker fest, was wiederum zu den Risiken gehört. Der Broker bestimmt auch über weitere Faktoren, welche die Chancen beeinflussen. Das sind die angebotenen Assets, die Bandbreite der Optionsarten und der Laufzeitmöglichkeiten, Zusatzfeatures wie Early Closure, Rollover oder Double Up und nicht zuletzt der Datenfeed.

Binäre Optionen und ihre Risiken

Zunächst einmal unterliegt jede einzelne Binäre Option einem Totalverlustrisiko, wenn der Broker nicht eine Verlustrückerstattung von 10 – 15 % anbietet. Diese Risiken kann der Trader nicht per Stopploss verwalten, jedoch durch seinen Kapitaleinsatz (siehe oben). Gerade Trader, die schon länger mit klassischen Derivaten und ihrem Stopploss handeln, müssen hier umdenken. Viele dieser Trader handelten bislang nur wenige Werte, manchmal nur einen Wert, auf den sie vielfache Optionen, Hedges, Staffelungen, Pyramiden und dazu die entsprechenden Stopps buchten. Mit Binären Optionen sind auch komplizierte Konstrukte möglich, sie funktionieren aber ganz anders. Die Trader müssen auf folgende Faktoren zur Risikostreuung setzen:

  • Kapitaleinsatz und Diversifizierung: Optionen mit geringem Einsatz auf viele Werte
  • Zusatzfeatures: Rollover, Early Closure, Double Up, Ladder und Option Builder nutzen
  • Laufzeitdiversifizierung: Laufzeiten mit sehr unterschiedlichen Zeithorizonten von ultrakurz bis sehr lang, auch auf nur ein Asset
  • Diversifizierung der Handelsarten Call/Put, One Touch, Range, Pairs

Die Risiken erscheinen nicht höher als bei klassischen Derivaten, sie müssen aber gänzlich anders gemanagt werden. Es gibt mindestens ein weiteres, brokerabhängiges Risiko in Bezug auf die Touch-Optionen und ihre High Yields. Diese Superprofite von manchmal 150 %, manchmal aber auch 700 % verleiten sehr zu dieser komplizierten Spekulation, doch Vorsicht: Die Touch-Grenze legt der Broker fest. Sie kann vom gegenwärtigen Kurs so weit entfernt liegen, dass ihr Erreichen wirklich utopisch erscheint. Erfahrene Trader werden höchstens Mini-Einsätze auf so eine Option platzieren.

Aus diesem Umstand erschließt sich das vielleicht größte Risiko bei Binären Optionen: Sie haben etwas Spielerisches an sich, und tatsächlich gibt es Broker in diesem Bereich, die aus dem Sektor des Online-Gamings kommen, ebenso wie einige der Trader eine Gaming-Vita mitbringen. Mit reiner Spieltheorie kommen Investoren aber nicht weiter. Sie bereichert das Trading, Spieler managen oft sehr clever ihr Risiko. Die Fundamental- und Charttechnik sollte aber nicht vernachlässigt werden.

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