Binäre Optionen nach traditionellen Methoden handeln

Viele binäre Optionen Trader fragen sich angesichts der neuen technischen Möglichkeiten beim Trading, ob traditionelle Methoden noch etwas taugen oder ob die alten Lehrbücher aus den 1990er Jahren nun im Schrank verstauben dürfen. Hat der Online-Handel durch viele Millionen Trader weltweit nicht die Börsen verändert? Welchen Einfluss hat das automatische Trading der Roboter (der Expert Advisors) im Hochfrequenzbereich auf die Kurse? Gibt es so einen Einfluss und wenn ja, hat er die Volatilitäten verändert oder nicht? Auf die letzte Frage soll es eine schnelle Antwort geben: Nein, sie haben sich nicht verändert. Die Volatilität des Dax’ etwa lag in den Jahren 2005 bis 2006 – vor dem Durchbruch der Expert Advisors – bei durchschnittlich 70 bis 150 Punkten täglich, und da liegt sie heute noch. Sie ist nicht größer und nicht kleiner geworden. Und was ist mit den allseits bekannten Chartmustern?

Technisches Trading nach Chartmustern

Es gibt deutsche, erfolgreiche Trader, die in ihren Publikationen darauf verweisen, dass sich in den 2000er Jahren so viel geändert habe, dass allseits bekannte Chartmuster wie SKS und inverse SKS (Schulter-Kopf-Schulter) nicht mehr funktionieren. Hier darf Kritik geäußert werden, und zwar nicht an dieser Aussage, sondern an der Grundlage, um sie überhaupt zu treffen: Denn haben SKS und inverse SKS überhaupt je funktioniert? Sie haben es als charttechnische Formation im rein theoretischen Sinne – das ist eine Formation, die immer funktioniert – nie.

Chartmuster

Dreiecke gelten als hocheffiziente Chartmuster!

Eine charttechnische Formation im theoretisch und praktisch brauchbaren Sinn lässt sich in jedem Markt und in jedem Zeithorizont anwenden. Es gibt aber diverse, vielfach publizierte Formationen, auf welche diese Eigenschaft nicht zutrifft, darunter Kuriosa wie der “Diamant” und auch so manch ein Dreieck oder eine Flagge. Die SKS funktioniert in einem gut tendierenden, reifen Aktienmarkt auf Tageschartbasis, sonst nicht. Von den Tradern solcher Märkte wurde sie auch in der Mitte des 20. Jahrhunderts ins Leben gerufen, danach schrieb sie ein Autor ohne Sachkenntnis vom anderen ebenso unbeleckten Publizisten ab. Die Inflation solcher Publikationen durch das textgetriebene Internet hat den Unfug noch vergrößert.

Formationen, die beim Trading funktionieren

Einige Formationen funktionieren immer, binäre Optionen Trader müssen eigentlich nur die Augen aufmachen. Dazu gehören:

  • Ausbrüche aus engen Konsolidierungen
  • Trendfolger
  • 1-2-3-Formationen
  • Durchbrüche durch vorherige Tageshochs und -tiefs
  • Ausbrüche aus Leisten und Schiebezonen (/\/\/\)

Das Problem dabei ist, dass natürlich keine Formation “todsicher” ist, also die Trader immer mit Stopps arbeiten müssen. Zweitens müssen sie ihr Moneymanagement dem Zeithorizont anpassen, wobei die Frage der Gebühren eine große Rolle spielt. Wer mit CFDs tradet, zahlt in sehr vielen Fällen keine Gebühren. Das bedeutet, auch im Fünf-Minuten-Chart kann mit sehr kleinen Positionen, beispielsweise mit einem Einsatz von 100 Euro, gehandelt werden. Es ist bestenfalls ein Spread von ein bis zwei Punkten zu verdienen, dann ist die Position im Plus, der Trader zieht den Stopp an die Gewinnschwelle.

Anders stellt sich die Situation beim Knock-out-Trading dar. Hier verlangen selbst Discount-Broker wie flatex pro Round-turn (Ein- und Ausstieg) rund 12 Euro Gebühr, weshalb in kleinen Zeithorizonten eine zu kleine Kapitalisierung unweigerlich zu Verlusten führt. Ein einfaches Beispiel: Es gibt gewiss im Dax täglich im Fünf- oder Zehn-Minuten-Chart entsprechende Chartmuster wie einen Minitrend, der nach drei aufwärts führenden Stäben beginnt. Er kann dann zum Beispiel zehn Punkte weit führen und anschließend stoppen. Wenn der Trader nur 100 Stück eines Call-Knock-outs gebucht hat, entsprechen die zehn Punkte noch nicht einmal der Gebühr plus Spread, hierfür wären mindestens 13 Punkte nötig. Mit einem Kapitaleinsatz von 1.000 Euro hätte der Trader inzwischen abzüglich der Gebühr 78 Euro verdient (bei einem Punkt Spread) und würde seinen Stopp auf eine Gewinnschwelle von drei oder vier Punkten unter den gebremsten Trend setzen. Er hätte nichts zu verlieren, vielleicht setzt sich ja der Trend fort.


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