Binäre Optionen via Pivot Punkte handeln

Trader von Binären Optionen richten sich zwar durchaus nach Charts durch technische Analyse, kennen aber vielfach einiges aus der Werkzeugkiste traditioneller Trader noch nicht. Punkt. Das liegt auch daran, dass sich das Angebot der Binären Optionen an sehr junge, smartphoneaffine Trader richtet, die erstmalig ihre Börsenbegeisterung entdecken und daher noch gar nicht die Zeit hatten, sich mit den Hintergründen der Charttechnik zu beschäftigen.

Dazu gehören auch die Pivot Punkte, die sich zum Verifizieren und Analyse von Signalen, wie Unterstützung und Widerstand in Charts und somit für´s Devisen Trading ausgezeichnet eignen.

Was sind Pivot Punkte?

Pivot Punkte sind Unterstützungs- und Widerstandspunkte im Chart, die sich aus dem Geschehen des Vortages errechnen lassen und wichtige Kaufstopp- und Stopplossmarken der institutionellen Anleger darstellen. Als bewährtes Handwerkszeug stellen sie eine selbsterfüllende Prophezeiung dar, denn im Gegensatz zu vielen anderen Chartsignalen funktionieren sie auch im Jahr 2014 noch gut. Ihre Grundaussagen belaufen sich auf Unterstützungen (die entsprechenden Punkte werden als S1, S2 und so fort für „Support 1, 2“ bezeichnet) und Widerstände (R1, 2 für „Resistance 1, 2“). Der eigentliche Pivot Punkt PP errechnet sich aus den Vortageswerten wie folgt:

  • PP = (Tagesoch + Tagestief + Schlusskurs) / 3

Manche Versionen beziehen den Eröffnungskurs mit ein. Die Widerstands- und Unterstützungspunkte R und S errechnen sich so:

  • R1 = 2 x PP – Tagestief gestern
  • R2 = PP + Hoch – Tief
  • S1 = 2 x PP – Hoch
  • S2 = PP – Hoch + Tief

Die Kurse beziehen sich stets auf den Vortag. Es gibt noch mehr Pivotpunkte, Chartprogramme stellen sie automatisch dar.

Pivot Punkte mit Binären Optionen handeln

Klassische Forex Händler nutzen Pivot Punkte im Chart zur Unterstützung beim Setzen von Kaufstopps und Verlustbegrenzungs- oder Gewinnstopps sowie zum antizyklischen Einstieg. Bis auf die Verlustbegrenzungsstopps können die Händler von Binären Optionen dieselben Strategien anwenden. Das würde bedeuten, dass beispielsweise beim Heranlaufen des Kurses an einen S-Punkt (Unterstützung) eine Binäre Call-Option antizyklisch eingebucht wird in der Erwartung, dass der Kurs am S-Punkt dreht und nach oben läuft. Umgekehrt wird beim Erreichen eines R-Punktes eine Put-Option antizyklisch eingebucht. Der Vorteil dieser Strategie besteht darin, dass der Devisen Händler sich durchaus im Ungefähren aufhalten kann, er muss keine Stopps wie beim klassischen Chart Trading setzen. Die antizyklische Strategie setzt darauf, dass die Pivot-Punkte ihre Funktion als Wendepunkte erfüllen.

Bei prozyklischen Strategien erwartet das Durchlaufen durch einen der Pivot-Punkte ab. Wenn ein S-Punkt unterschritten wird, bucht der Anleger eine Put-Option prozyklisch ein, beim Überschreiten des R-Punktes folgt eine prozyklische Call Option. Prozyklische Einstiege lohnen sich am ehesten am S1- und R1-Level, nicht an den S2- und R2-Punkten. Zu beachten hätten die Trader, dass ein Abprallen von den Pivots üblich ist, und zwar nicht nur drei- oder fünfmalig, sondern auch mehrere Dutzend Mal. Gerade wenn sich Kurse, zb. des DAX, in einer Range bewegen, können sie einen kompletten Handelstag lang im Halbstundentakt Widerstands- und Unterstützungslinien anlaufen, diese auch gelegentlich durchbrechen und dennoch wieder in die Range zurückkehren. Besonders bei Indizes wie dem Dax fällt dieses Verhalten auf. In den Währungen (Forex) und im Gold erfolgen oft nachhaltige, deutliche Durchbrüche, die stets mit großer Slippage einhergehen. Hier muss für das prozyklische Pivot-Trading mithilfe Binärer Optionen noch etwas gesagt werden.

Binäre Optionen, Slippage und Pivot Punkte

Binäre Optionen Broker leiden teilweise unter einem schwachen Image, weil die Ein- und Ausstiegskurse der einzelnen Buchungen strittig sein können. Der Anleger hat auf seinem Bildschirm etwas ganz anderes gesehen als den Einbuchungskurs des Brokers. Noch schlimmer empfinden Forex Händler dieses Phänomen beim Ausbuchen, wenn winzige Differenzen darüber entscheiden, ob eine Binäre Option im oder aus dem Geld endet. In Wahrheit gibt es jedoch Slippage – also eine Differenz zwischen gebuchtem und ausgeführtem Kurs – bei allen Brokern (auch den allerseriösesten) und Emittenten, denn die Durchbrüche erfolgen manchmal so schnell, dass kein Computerprogramm der Welt hinterher kommt. Das ist selbstverständlich auch bei Binären Optionen der Fall, ganz besonders sicherlich bei Durchbrüchen an einem Pivot-Punkt. Wie eingangs erwähnt platzieren hier große Investoren Kauf- und Verlustbegrenzungsstopps für riesige Positionen, das muss zu Slippage führen. Gerade aus diesem Grund bevorzugen auch klassische Trader an Pivot Punkte eher die ungefähren antizyklischen Strategien.

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