Binäre Optionen: Grundkonzept eines Trends

Die Chartanalyse definiert eine Kursbewegung in eine Richtung über einen gewissen Zeitraum als Trend. Zu den obersten Zielen der Chartanalyse gehört, Trends in ihrer Entstehung zu erkennen, um in sie zu investieren. Ein weiteres, damit verknüpftes Ziel lautet, sich in trendlosen Phasen vom jeweiligen Markt fernzuhalten.

Trends

Bedeutung des Trendkonzepts

Das Trendkonzept gilt als unverzichtbar für eine technische Marktanalyse. Es enthält Bestandteile wie die Trendlinienanalyse, mit denen die Stärke des Trends zu bestimmen ist. Die meisten Transaktionen werden an Trends ausgerichtet, allerdings können sie auch nach Breakouts und Reversals erfolgen. Ein Trend kann grundsätzlich drei Richtungen einschlagen: Er kann aufwärts, abwärts und in einer Range (seitwärts) verlaufen. Letzteres ist eigentlich eine trendlose Phase, die aber zum Trendkonzept dazugehört.

Der Aufwärts- und Abwärtstrend ist in der Regel keine geradlinige Kursbewegung, er verläuft in zackigen Bewegungen, die einen Wellencharakter tragen. Diesen Wellencharakter haben Theoretiker wie Ralph Nelson Elliott nach bestimmten Mustern untersucht, die jedoch – jedenfalls in der Theorie der Elliott-Wellen – als unvollkommen gelten müssen. Als sicher gelten nur einige simple Wahrheiten. Der Aufwärtstrend stellt sich als Serie sukzessiv höherer Hochs und/oder Tiefs dar, der Abwärtstrend ist das genaue Gegenteil. Der Seitwärtstrend – die Range – ist durch Eröffnungen und Schlüsse von Chartstäben innerhalb der Preisspanne des viertletzten Stabes gekennzeichnet.

Die Hochs und Tiefs eines Seitwärtstrends liegen (fast) auf einer Ebene. Dieser Seitwärtsbewegung ist nicht die Ausnahme, sondern die Regel im Marktgeschehen. Zwischen zahllosen Ranges finden Aufwärts- und Abwärtstrends statt, in denen der Trader investiert sein kann.

Klassifikationen eines Trends

Ein Trend kann die beschriebenen drei Richtungen aufweisen, zusätzlich lässt er sich noch einmal kategorisieren. Es gibt grundsätzlich kurz-, mittel- und langfristige Trends. Langfristige Trends sind Primärtrends, sie können im Aktienmarkt beispielsweise ein Jahr oder länger dauern. Primärtrends sind grundsätzlich von Rücksetzern durchzogen. Diese Rücksetzer (Korrekturen) sind ihrerseits mittelfristige Trends (Sekundärtrends), die im Aktienmarkt zwischen einigen Wochen bis zu wenigen Monaten dauern können. Die klassische Zyklustheorie identifiziert in etablierten Trends oft drei mittelfristige Aufwärts- oder Abwärtstrends, die Korrekturen enthalten. Das wäre der lehrbuchmäßige Standardfall, den unter anderem Elliott untersuchte, von dem es aber so viele Abweichungen gibt, dass er heute nur noch der Veranschaulichung dient.




Trader können daraus die Erkenntnis gewinnen, dass ein Trend als etabliert gilt, wenn nach zwei Korrekturen die dritte Bewegung wieder in die langfristige Hauptrichtung erfolgt. Wichtig ist nun folgende Gesetzmäßigkeit: Rallys im langfristigen Aufwärts-Haupttrend sind stark, Korrekturen sind schwach. Das wäre das dritte Merkmal, mit dem sich ein Trend (neben der Zählung von Primär- und Sekundärtrends sowie ihrer Länge) identifizieren lässt. Im Abwärtstrend sieht das Geschehen umgekehrt aus: Korrekturen verlaufen stark, die Abwärts-Rallys hingegen verlaufen kurz, unberechenbar und oft schwach. Dennoch dominieren sie die Trendrichtung, weil sie a) häufiger als die Korrekturen sind und b) immer tiefere Hochs und Tiefs entstehen.

Was sind Tertiärtrends?

Die mittelfristigen Trends, mithin die Korrekturen, werden häufig nochmals von sehr kurzen Tertiärtrends durchbrochen, die in der Richtung wieder dem Haupttrend folgen. Im Aktienmarkt liegt ihre Dauer unter drei Wochen. Ein Trader ist darauf angewiesen, den Tertiärtrend als das zu erkennen, was er ist: Eine Korrektur des Sekundärtrends, aber (noch) keine Wiederaufnahme des Primärtrends.

Das lässt sich an der Länge der drei Trend-Kategorien ausmachen. Es wäre kontraproduktiv, in einen Tertiärtrend zu investieren, auch wenn das die Richtung des Haupttrends ist: Der nächstfolgende Sekundärtrend würde diese Investition vermutlich im Verlust ausstoppen. Daher investieren erfahrene Aktientrader erst nach dem Sekundärtrend wieder in den Primärtrend.

Der richtige Zeitpunkt zum Investieren

Der beste Zeitpunkt für eine Investition ist die frühe Phase eines Primärtrends nach dem Ende eines Sekundärtrends. Wenn sich der Primärtrend nicht fortsetzt, also nicht zu einem neuen Hoch im Aufwärtstrend führt, bricht der gesamte Trend. Das ist das Signal für eine Liquidation der gesamten Position mit möglichst geringem Verlust oder bestenfalls sogar einem kleinen Gewinn.

Trader sollten sich im langfristigen Aufwärtstrend stets so positionieren, dass ein Kauf am Anfang der mittelfristigen Aufwärtsbewegung möglich ist. Daher kommt dieser Bewegung eine hohe Bedeutung zu. Der Tertiärtrend sollte zwar nicht gekauft werden, er kann aber das richtige Timing unterstützen. Wichtig zu wissen: Dieses Standardbeispiel trifft auf einen etablierten, nach oben tendierenden Aktienmarkt zu. Solche Märkte gibt es nach wie vor beispielsweise bei den jüngeren Technologiewerten. Bei Rohstoffen, Forexwerten und im Abwärtsmarkt können andere Gesetze gelten.br/>


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