Binäre Optionen als Anlagealternative

Angesichts des Zinstiefs an den Märkten, das die Renditen von herkömmlichen Spareinlagen drastisch schmälert, und außerdem der IWF-Pläne zu einer Vermögensabgabe denken private Sparer zunehmend über Anlagealternativen nach und schauen dabei auch auf Binäre Optionen.

Die Vermögensabgabe ist bislang nur eine vage Idee des IWF vom Herbst 2013, doch im Januar 2014 blies die Deutsche Bundesbank in dasselbe Horn und schlug vor, im Falle einer drohenden Staatspleite eines IWF-Mitgliedsstaates diesen doch per Vermögensabgabe aus allen Ländern des IWF (derzeit 188) zu retten. Allein bei den europäischen Bürgern könnten auf diese Weise nach dem bisher angedachten IWF-Schlüssel 3.853 Milliarden Euro zu holen sein. Das würden viele Bürger gern durch alternative Sparanlagen am besten fernab der heimischen Konten umgehen. Der Blick richtet sich auf Binäre Optionen unter anderem deshalb, weil die entsprechenden Broker in scheinbar wenig kontrollierten Steuerparadiesen residieren.

Binäre Optionen: Anlagealternative oder riskantes Spiel?

Die Frage ist nun nicht, inwieweit ein Anleger mit Binären Optionen sein Geld vor dem staatlichen Zugriff schützen kann, denn das dürfte in letzter Konsequenz vielleicht doch nicht gelingen. Irgendwann müssten ja die Gewinne wieder aufs heimische Referenzkonto gelangen und wären dann dem deutschen Fiskus zu erklären. Vielmehr fragt es sich, ob Binäre Optionen tatsächlich diejenige Anlagealternative sein können, die hohe Gewinne weit über den derzeitigen Festgeldzinsen oder auch den Renditen aus Lebensversicherungen und Aktienfonds generieren, mit denen sogar eine Vermögensabgabe zu verschmerzen wäre.

Hierbei sind zwei Dinge zu beachten: die Gewinne selbst und die Sicherheit der Gelder beim jeweiligen Broker. Zu den Gewinnen ist eindeutig festzustellen, dass sie spekulativ sind, das heißt, Trader von Binären Optionen setzen sich dem riskanten Spiel des Totalverlustes aus. Es gibt inzwischen sehr viele Broker für Binäre Optionen, die auch einen recht guten Support und die nötige Tradingausbildung anbieten, aber noch keinen Service, der eindeutige Empfehlungen für das Setzen einer bestimmten Binären Option auf den Anlagewert XY empfiehlt. Im Aktien- und Derivatebereich gibt es einige solche Services, die teilweise sogar gut funktionieren.

Das Segment der Binären Optionen ist aber noch zu jung, als dass sich solche Angebote etablieren konnten. Die Anleger müssten also vollkommen eigenverantwortlich entscheiden, auf welchen Wert, in welche Richtung und vielleicht mit welcher exotischen Optionsart außer Call und Put (zum Beispiel auch One Touch, Range oder Ladder) sie setzen. Das könnte einigen wenigen Anlegern gelingen, schätzungsweise dürften ihr Anteil im einstelligen Prozentbereich bleiben. Die übrigen Sparer, die mit Binären Optionen ihr Geld retten wollten, riskieren unter Umständen dessen Totalverlust.

Bedeutung des Brokers bei Binären Optionen

Binäre Optionen Broker residieren vielfach in Steuerparadiesen beziehungsweise in Staaten mit generell recht niedrigen Steuersätzen. In Europa ist das Zypern, wo eine große Zahl von Binäre Optionen Broker den Hauptsitz angemeldet hat. Als äußerst bedeutsam ist nun die Lizenzierung des entsprechenden Brokers zu betrachten. Der EU-Staat Zypern verfügt über eine Finanzaufsicht – die CySEC – adäquat der deutschen BaFin, die wiederum die im Land ansässigen Geldinstitute und Broker entsprechend der europäischen MiFID-Richtlinien überwacht. Die Broker können mit CySEC-Lizenz (oder der Lizenz desjenigen Staates, in welchem sie beheimatet sind) arbeiten, müssen es aber nicht, das ist bislang noch nicht vorgeschrieben. Nicht umsonst werben diejenigen Broker, die über eine Lizenz verfügen, sehr heftig damit, denn das schafft Vertrauen bei den Anlegern. Diese sollten wirklich auf die Lizenz achten und unlizenzierte Broker eher meiden.

Die lizenzierten Broker müssen bestimmte juristische und finanztechnische Richtlinien einhalten, sonst würde ihnen die Lizenz wieder entzogen. Doch die Lizenz allein bedeutet noch nicht, dass der Broker eine Einlagensicherung anbietet. Hierzu ist ein zweites Merkmal nötig: Der Broker muss die Kundengelder auf getrennten Konten verwahren, die wiederum bei einem europäischen Geldinstitut mit der in Europa geltenden Einlagensicherung von fast durchweg 100.000 Euro geführt werden. Erst dann sind die Gelder der Kunden vor dem Verlust bei einer Insolvenz des Brokers geschützt. Wenn diese Merkmale erfüllt sind, gilt es, den Broker hinsichtlich seiner technischen Ausstattung, vor allem des angebotenen Datenfeeds, zu beurteilen. Sollten die Kunden hier Vertrauen fassen, könnten sie sich durchaus auf das spekulative Feld der Binären Optionen begeben – allerdings ohne Gewinngarantie (siehe oben).

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