Wissenswertes zum Trendfollowing

Nachdem wir Sie in den vorherigen Kapiteln ausführlich darüber informiert haben, wie Trends entstehen, was unter einem Trend zu verstehen ist und worauf im Zusammenhang mit Trends und der Chartanalyse geachtet werden sollte, geht es im Prinzip jetzt noch darum, wie Sie die Information, die Sie durch einen Trend erhalten, in der Praxis möglichst erfolgreich nutzen können. Es gibt im Grunde zwei Möglichkeiten, wie Sie auf einen identifizierten Trend reagieren können.

Die mit Abstand wenigsten Anleger entscheiden sich dafür, gegen den erkannten Trend zu handeln. Gegen den Trend handeln würde bedeuten, dass Sie beispielsweise Aktien, bei denen ein deutlicher Aufwärtstrend festgestellt wurde, nicht kaufen, sondern verkaufen. Entweder besitzen Sie diese Aktien bereits und schließen durch den Verkauf Ihre Position oder Sie führen einen Leerverkauf durch. Gegen den Trend zu handeln bedeutet allerdings zum einen ein größeres Risiko, da es statistisch betrachtet wahrscheinlicher ist, dass sich ein Trend fortsetzen wird, als dass dieser beendet wird bzw. sich umkehrt. Zum anderen beinhaltet es allerdings auch die Chance auf außergewöhnliche Renditen, falls sich der Trend tatsächlich ins Gegenteil umkehren sollte.

Die meisten Anleger entscheiden sich für den Trend

Die weitaus meisten Anleger entscheiden sich allerdings anders, nachdem ein Trend identifiziert worden ist, nämlich dem Trend zu folgen. Einem Trend zu folgen wird auch als Trendfollowing bezeichnet und bedeutet schlichtweg, dass der Anleger genauso handelt, wie es der aktuelle Trend vorgibt. Vereinfacht gesagt bedeutet das, dass der Anleger bei einem vorhandenen Aufwärtstrend Aktien kauft, während er bei einem identifizierten Abwärtstrend entweder seine Position glattstellt oder einen Leerverkauf durchführt. Im Wesentlichen besteht das Trendfollowing also darin, dass der Anleger nach einem erkannten Trend tätig wird und eine dementsprechende Kauf- oder Verkaufs-Order am Markt platziert, die sich an diesen Trend „anhängt“. Grundsätzlich ist es eine vergleichsweise lohnenswerte Strategie, einem vorhandenen Trend zu folgen. Statistisch betrachtet beträgt die Wahrscheinlichkeit nämlich mehr als 80 Prozent, dass sich ein signifikanter Trend auch weiterhin fortsetzt. Die Schwierigkeit besteht allerdings darin zu erkennen, wann das Ende des Trends vorhanden ist, denn danach kommt es häufig zu einer – zumindest vorübergehenden – Gegenreaktion.

Vom Trend erkennen bis zum Trend folgen

Die meiste Arbeit, die der Anleger im Zusammenhang mit Trends hat, muss also bereits vor dem Trendfollowing ausgeführt werden. Im Grunde sind es insgesamt drei Schritte, die in dem Zusammenhang durchzuführen sind. Zunächst einmal muss der Anleger die Chartanalyse nutzen und sich näher mit verschiedenen Aktien oder Derivaten beschäftigen, die für ihn als Investment interessant sind. Durch die verschiedenen Analysemöglichkeiten besteht die Gelegenheit, am Markt vorhandene Trends zu erkennen. Hier muss sich der Anleger dann entscheiden, ob es sich bereits um einen echten Trend handelt oder vielleicht nur um eine vorübergehende Kursveränderung, die jedoch nicht von Dauer ist. Ist der Anleger der Meinung, dass es sich bereits um einen Trend handelt, so muss er sich darüber hinaus entscheiden, ob der Trend gerade erst begonnen hat oder vielleicht schon weit fortgeschritten ist, sodass sich ein Investment nicht mehr lohnen würde. Ist der Trend noch in der Anfangsphase, so kann das eigentliche Trendfollowing starten.

Anfänger folgen sehr gerne dem Trend

Einem Trend zu folgen ist insbesondere für Anfänger eine sehr gute Strategie, da die Wahrscheinlichkeit relativ hoch ist, dass auf diese Weise Gewinne erzielt werden können. Wie das Trendfollowing in der Praxis aussehen kann, lässt sich gut an einem Beispiel verdeutlichen. Angenommen, der Anleger Max Mustermann interessiert sich für Aktien eines amerikanischen Chemieunternehmens. Sowohl die manuelle Chartanalyse als auch Analyseprogramme lassen erkennen, dass sich der Aktienkurs des Unternehmens seit über einer Woche in einem Aufwärtstrend befindet, da die Kurse seit mehr als sieben Tagen kontinuierlich angestiegen sind. Es kann also bereits von einem – zumindest kurzfristigen – Trend gesprochen werden. Da auch die fundamentalen Daten des Unternehmens sehr gut sind, entscheidet sich Herr Mustermann, dem vorhandenen Trend zu folgen und 50 Aktien zu einem Kurs von 40 US-Dollar zu kaufen. In den folgenden zwei Wochen ist es tatsächlich so, dass sich der Trend fortsetzt und die Aktien des Chemieunternehmens auf 45 Dollar steigen. Aufgrund des für ihn guten Gewinns entschließt sich der Kunde dann, die vorhandenen Aktien zu verkaufen und erzielt somit einen Gewinn von knapp 250 Euro. Dies ist also ein klassisches Beispiel dafür, wie das Trendfollowing funktioniert und in der Praxis angewendet werden kann.

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