Trends erkennen durch technische Analyse

Täglich gibt es viele Trends an den Märkten, die dem Anleger einen Aufschluss darüber geben können, wie sich die Kurse von Wertpapieren oder Preise für Derivate in der näheren Zukunft entwickeln könnten. Trends sind oftmals eine wichtige Basis für Strategien, die von Anlegern genutzt werden.

Wer auf der Grundlage einer solchen Strategie handelt, der muss allerdings dazu in der Lage sein, am Markt vorhandene Trends auch zu erkennen. Genau darin besteht nämlich die Kunst, denn es ist keineswegs immer leicht, einen Trend zu identifizieren. Um einen Trend erkennen zu können, muss im Prinzip immer die technische Analyse genutzt werden, die auch unter der Bezeichnung Chartanalyse bekannt ist.

Chartanalyse macht Trends sichtbar

Mit bloßem Auge lassen sich Trends an der Börse nur selten erkennen. Hat der Anleger beispielsweise festgestellt, dass der Kurs der Aktie XY in den vergangenen drei Tagen gestiegen ist, so weiß er ohne zusätzliche Informationen dennoch nicht, ob es sich bereits um einen Trend handelt, oder ob die Kursentwicklung zufällig bzw. nur von kurzer Dauer ist. Damit eine derartige Einschätzung eine bessere Grundlage hat, ist die Nutzung der Chartanalyse in der Regel unumgänglich. Die technische Analyse basiert darauf, dass sowohl vergangene als auch aktuelle Kursentwicklungen zu einem bestimmten Wertpapier bzw. Derivat in einem Diagramm dargestellt werden. Wer sich mit der Chartanalyse beschäftigt, muss also zunächst Daten in Form von historischen Kursen sammeln. Die weitere Aufgabe besteht nun darin, aus den historischen Kursbewegungen bestimmte Regelmäßigkeiten abzuleiten, die dann dabei helfen können, eine zukünftige Entwicklung des Kurses vorauszusagen.

Kurzfristige, mittelfristige und langfristige Trends im Diagramm

Mithilfe der technischen Analyse können nicht nur kurzfristige, sondern vor allem auch mittelfristige und langfristige Trends erkannt werden. Steigt der Kurs einer Aktie beispielsweise seit etwa zwei Jahren an, wobei es in diesem Zusammenhang nur kleinere Rückgänge gab, so kann von einem langfristigen Aufwärtstrend gesprochen werden. Wer als Anleger hingegen eher auf das Erkennen kurzfristiger Trends aus ist, der muss sich natürlich im Zuge der Chartanalyse mit den Kursen aus der jüngeren Vergangenheit beschäftigen. Grundsätzlich ist es aber mittels der Chartanalyse problemlos möglich, jede Art von Trends zu erkennen. Ein wichtiges Hilfsmittel stellen in dem Zusammenhang auch bestimmte Linien und Punkte dar, wie zum Beispiel Unterstützungs- und Widerstandslinien.

langfristige trends

Langfristige Trends können sehr viel Geld bringen!

Oft werden Trendlinien viel steiler wie bei Trendlinie 2. Oft werden langfristige Trends durch kurz- oder mittelfristige Trends unterbrochen. So begann der Aufwärtstrend der Trendlinie 3 Anfang 2009 erst sehr steil (linke gestrichelte grüne Linie). Zum Jahreswechsel 2012 unterbrach ein kurzfristiger Trend (hellblaue Linie) jenen Langfristtrend. Anschließend setzte sich der Aufwärtstrend 3 etwas flacher fort (rechte gestrichelte Linie), wurde jedoch ebenfalls unterbrochen, und zwar von einem mittelfristigen Trend (blaue Linie). Die dritte und fett gezeichnete Fassung der Trendlinie 3 währte bis Anfang 2011. Erst dann wurde sie von einem langfristigen Abwärtstrend (4) beendet.

Das Über- oder Unterschreiten bestimmter Linien

Nicht selten sind es in der Praxis entweder Unterstützungs- oder Widerstandslinien, die einen Hinweis auf einen vorhandenen Trend geben. Hat ein Aktienkurs beispielsweise eine Widerstandslinie nach oben hin durchbrochen und sind nachfolgend signifikante Kurssteigerungen zu verzeichnen, so bedeutet dies in vielen Fällen den Beginn eines Aufwärtstrends. Abwärtstrends zeigen sich häufig ebenfalls auf diese Art und Weise, wenn zum Beispiel der Aktienkurs eine oder auch mehrere Unterstützungslinien nach unten hin durchbrochen hat. Zwar gibt es natürlich keine Garantien, dass sich nach dem Über- oder Unterschreiten dieser Linien ein Trend bildet, aber eine größere Wahrscheinlichkeit ist durchaus vorhanden.

Trendlinienausbruch

Klassischer Trendlinienausbruch nach einem abwärts gerichteten Trend!

Diese Bahnen (Trendkanäle) ermöglichen es dem Händler, einen stufenweise Anstieg oder Abfall eines Kurses im Laufe der Zeit zu beobachten. Betrachten Sie es als einen eingeengten Markt (range bound market) allerdings mit einer Schieflage. Viele Trader werden immer und immer wieder am unteren Ende des Kanals kaufen und am oberen Ende verkaufen, bis der Kurs aus dem Kanal ausbricht. (Punkt 1)

Vom rechtzeitigen Erkennen der Trends profitieren

Beim Trends erkennen geht es allerdings nicht nur darum, dass ein bereits vorhandener Trend identifiziert wird, sondern wirklich profitieren kann der Anleger im Prinzip nur dann, wenn ein Trend sehr frühzeitig erkannt wird. Dieses frühzeitige Erkennen ist besonders schwierig, denn grundsätzlich gibt es natürlich immer die Möglichkeit, dass es sich gar nicht um einen Trend handelt, sondern nur um eine vorübergehende Kursbewegung, die bereits Tage später schon wieder beendet sein kann. Wird der Trend hingegen relativ spät erkannt, so besteht das erhöhte Risiko, dass der Trend bereits wenige Tage später beendet ist. Bildlich gesprochen würde der Anleger dann auf einen Zug aufspringen, der bereits abgefahren ist. Schafft man es hingegen, einen Trend in Anfangsstadium zu erkennen, so sind die Chancen sehr groß, dass nach der Fortsetzung des Trends größere Kursgewinne erzielt werden können. Damit Trends sehr frühzeitig erkannt werden können, gibt es im Zuge der Chartanalyse mittlerweile einige Programme, die auf die Analyse von Kursbewegungen und auf das Identifizieren von Trends spezialisiert sind. Der Anleger bekommt in diesem Fall ein Signal und muss im Prinzip nur noch dementsprechend handeln, also Wertpapiere bzw. Derivate kaufen oder verkaufen.

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