Nur einen Teil des Portfolios in einen Trade investieren

Im vorherigen Kapitel haben wir Sie darüber informiert, welche Funktion die Positionsgröße hat, wie diese bestimmt werden kann und warum ein Risiko-Management grundsätzlich sehr wichtig ist.

Im Folgenden möchten wir nun etwas näher darauf eingehen, warum Sie stets nur einen relativ kleinen Teil Ihres gesamten Portfolios in einen einzelnen Trade investieren sollten. Nahezu alle Experten sind sich in dem Zusammenhang einig, dass Anleger maximal zehn Prozent ihres Gesamtportfolios innerhalb eines einzelnen Trades riskieren sollten. Zehn Prozent ist sogar bereits ein sehr hoher Wert, denn die meisten Fachleute geben vor, dass es zwischen zwei und fünf Prozent des Portfolio-Gegenwertes sein sollten, die ein einzelner Trade ausmachen sollte.

Rule No. 1: Never lose money.
Rule No. 2: Never forget rule No. 1.
– Warren Buffett

Begrenzung dient der Risikostreuung

Es gibt im Wesentlichen zwei Gründe, warum die meisten Experten empfehlen, dass Anleger maximal zwischen zwei und fünf Prozent ihres Portfolios in einen einzelnen Wert investieren sollten. Der erste Grund ist die Risikostreuung, die auf Basis dieses Prinzips erreicht werden kann. Falls Sie als Anleger nämlich mit Wertpapieren handeln oder sogar in Derivate investieren, gehen Sie damit grundsätzlich ein relativ hohes Risiko ein. Wenn nun die Investition als solche bereits vergleichsweise risikoreich ist, sollten Sie zumindest darauf achten, dass ein möglicher Totalverlust bei einer bestimmten Position nicht direkt dazu führt, dass Sie insgesamt einen hohen Verlust erleiden. Dies wäre beispielsweise der Fall, wenn Sie 30 oder mehr Prozent Ihres gesamten Portfolios in nur einen Trade investieren würden. Dieser Versuchung zu widerstehen ist sicherlich nicht ganz einfach, besonders unter der Voraussetzung, dass Sie gerade der festen Meinung sind, dass der Kurs oder Preis eines Handelswertes sich in eine bestimmte Richtung entwickeln wird. Dennoch sollten Sie sich grundsätzlich an die Vorgabe halten, nur einen kleinen Teil des Portfolios in einen Trade zu investieren.

Verlustabsicherung durch beschränktes Investitionsvolumen

Die zuvor beschriebene Risikostreuung wird in der Praxis mit dem zweiten Grund verbunden, warum Sie nur einen kleinen Teil Ihres Portfolios in einen Trade investieren sollten. Aus der Risikostreuung ergibt sich nämlich automatisch die Absicherung von Verlusten, zumindest im Bezug auf Ihre verfügbaren liquiden Mittel bzw. auf Ihr vorhandenes Portfolio. Haben Sie sich nämlich beispielsweise dazu entschlossen, maximal drei Prozent Ihres Gesamtkapitals in einen Trade zu investieren, so kann Ihr maximaler Verlust bezüglich dieses Investments auch nur drei Prozent betragen. Es wäre dann zwar ärgerlich, bei dieser Position einen Totalverlust zu erleiden, jedoch würde dies für Sie weder den finanziellen Ruin noch einen größeren Verlust bedeuten, wenn dieser Verlust ins Verhältnis zu Ihrem Gesamtportfolio gesetzt wird. Darüber hinaus schützen Sie sich durch diese eingeschränkte Investition davor, emotional zu handeln und möglicherweise spontan 30, 40 oder 50 Prozent Ihres gesamten Guthabens auf nur einen Trade zu setzen.

Durchschnittlich bessere Renditen durch Diversifikation

Wenn es um die Begrenzung von Positionen, die Risikostreuung und die Verlustabsicherung geht, dann taucht in dem Zusammenhang fast immer auch der Begriff Diversifikation auf. Eigentlich kommt diese Methode vor allen Dingen im Bereich der etwas längerfristigen Kapitaleinlagen zum Einsatz, sie kann aber durchaus auch bei kurzfristigen Spekulationen bzw. beim Handel mit Wertpapieren und Derivaten genutzt werden. Kurz erläutert ist mit Diversifikation gemeint, dass vorhandenes Kapital auf mehrere Positionen verteilt wird. Die klassische Diversifikation beinhaltet allerdings, dass die Verteilung des Kapitals auf Finanzprodukte stattfindet, die verschiedenen Anlageklassen angehören. Streuen Sie Ihr Kapital hingegen beispielsweise auf zehn verschiedene Aktienwerte, so würde es sich in diesem Fall nicht um eine klassische Diversifikation handeln, da Aktien der gleichen Risikoklasse angehören.

Dennoch macht die Diversifikation auch im Bereich des Handels mit Wertpapieren und Derivaten Sinn, denn auf diese Weise erreichen Sie einerseits die bereits angesprochene Streuung des Risikos, aber auf der anderen Seite im Durchschnitt auch eine bessere Rendite, als wenn Sie einen großen Anteil Ihres Portfolios nur in eine Position verteilen. Die Diversifikation ist also eine sehr gute Möglichkeit, einerseits das Risiko zu begrenzen und andererseits im Durchschnitt betrachtet höhere Gewinne erzielen zu können. Dennoch ist es natürlich in der Praxis keineswegs einfach, die optimale Verteilung des Portfolios durchzuführen. Denn auch bei der Diversifikation ist es von entscheidender Bedeutung, dass Sie sich für die „richtigen“ Wertpapiere oder Derivate entscheiden, die dann letztendlich den Handelserfolg ausmachen.

Bitte bewerten Sie diesen Beitrag
[Total: 1 Average: 5]
Lernen Sie dieses Angebot kennen: