Geldanlage: CFD Trading

Mit CFD Trading können auch langfristig orientierte Kleinanleger ihr Wertpapierdepot sinnvoll ergänzen. Die meisten deutschen Online Broker bieten inzwischen ein konkurrenzfähiges Portfolio an CFDs an, die Kunden müssen sich also nicht mehr notwendigerweise einen spezialisierten CFD-Broker suchen. Selbst scheinbar sehr konservative Anbieter wie etwa der S Broker der Sparkassen wissen um den Nutzen und mischen inzwischen beim CFD Handel mit.

CFD Trading: Handeln zu günstigen Konditionen

CFD Trading war ab etwa 2008 bei spezialisierten Brokern möglich, die „klassischen“ Online-Broker boten es erst ab 2010 und dann nur punktuell an. Inzwischen sind recht viele deutsche Onlinebroker in das Geschäft mit Differenzkontrakten eingestiegen und bieten inzwischen absolut marktfähige Preise, die mit denen der britischen Marktführer im CFD Handel absolut konkurrieren können. Angeboten wird das CFD Trading auf Indizes, Rohstoffe – darunter Edelmetalle – und Aktien, aber auch auf Forexpaarungen, ETFs und Zinssätze. Diese Vielfalt macht ja gerade den CFD Handel so spannend. Deutsche Broker treten nahezu ausschließlich als Market-Maker auf, sie stellen die Ankaufs- und Verkaufskurse selbst. Diese Kurse können bei CFDs auf den DAX-Future sehr transparent sein, in der Regel entspricht ein Cent im CFD einem Punkt im DAX. Bei anderen Werten ist die Umrechnung nicht ganz so einfach, was aber das CFD Trading nicht ernsthaft behindern muss.

cfd tradingDie Spreads und Kommissionen der deutschen CFD Broker fallen unterschiedlich aus, der kommissionsfreie Handel ist oft, aber nicht durchgängig möglich. Beispiel DAB Bank: Deren Broker verzichtet im CFD Handel bei fast allen CFDs auf die expliziten Transaktionskosten, lediglich Aktien-CFDs werden mit vergleichsweise recht günstigen 4,95 Euro abgerechnet. Die Spreads auf Indizes beginnen bei 0,03 Indexpunkten, Transaktionskosten entstehen hierbei keine. Beim S Broker kostet ein Aktien CFD 0,08 % oder minimal acht Euro pro Trade, andere Basiswerte können kommissionsfrei gehandelt werden. Wer einen DAX CFD beim Broker der Sparkassen handelt, zahlt einen Spread von zwei Punkten, beim EuroStoxx 50 ist es ein Punkt. So differenzieren sich die Gebühren bei sämtlichen Brokern aus, darunter auch flatex, die OnVista-Bank und weitere deutsche Broker.

Kosten und Kurse beim CFD Trading

Es gibt die Faustregel, und dies sollten Sie wissen, dass sich CFD Broker ihren Gewinn woanders herholen, wenn sie den gebührenfreien Handel anbieten. Die Kosten entstehen dann durch Spreads zwischen An- und Verkaufskurs, die im Verhältnis zu den Spreads von Referenzbörsen breiter ausfallen. Beim CFD Trading muss also mehr für den Kauf des CFDs bezahlt werden, beim Verkauf gibt es etwas weniger. Der Fantasie sind bei der Preisgestaltung kaum Grenzen gesetzt.

Die Commerzbank-Tochter comdirect etwa verzichtet auf Kommissionen bei Index-CFDs und spreadet die Wertpapiere breiter, bei CFDs auf die gleichnamigen Index-Futures hingegen stellt comdirect zur Terminbörse identische Kurse, spreadet knapp oder nicht, verlangt aber eine Kommission von 0,01 – 0,02 % oder mindestens 9,90 Euro. Woher diese Preispolitik kommt, ist schwer zu erklären. Im Fall der Indizes beispielsweise gibt es durchaus einen Unterschied – oder es kann ihn geben – zwischen den Indexständen aus der Bankenindikation und den Futures.

CFD Handel auf Indexfutures

Das CFD Trading auf Indexfutures wird empfohlen, weil die Terminkontrakte beziehungsweise die von ihnen abgeleiteten CFDs vergleichsweise sehr transparent sind. Der DAX-Future weist einen Indexwert von 25 Euro pro Punkt auf. Bei einem aktuellen Kurs von 9.940 Punkten (Stand 30.05.2014) kostet ein vollständiger Kontrakt also 248.500 Euro. Hierauf wird nun ein CFD mit einem bestimmten Hebel abgebildet. Dieser Hebel fällt umso höher aus, je preiswerter der CFD im Einkauf ist. Hebelwirkungen speziell beim DAX-Future von 1:100 und auch 1:300 (oder noch höher) sind nicht ungewöhnlich, auf den Indexstand leicht zu berechnen und angesichts der Gewinnchancen sehr verlockend. Allerdings ist natürlich das Verlustrisiko ebenfalls sehr hoch. Dieses Risiko einzugehen obliegt jedoch der Entscheidung jedes einzelnen Traders. Maßgebend für die Transparenz beim CFD Trading ist ausgezeichnete Berechenbarkeit der Wertpapiere gerade bei einem Index wie dem DAX.

Strategien für das CFD Trading

Das Trading mit CFDs ermöglicht es den Anlegern, von Markt Kursbewegungen gehebelt zu profitieren. Die Verluste hebeln sich freilich auch, weshalb CFDs ebenso wie Knock-outs als sehr riskant gelten und es zweifellos auch sind, wenn der Trader etwa keinen Stopploss setzt oder sich mit Hedging-Positionen absichert. Die Hebelgrößen können bei einem CFD 50, 100, 200 und in Einzelfällen auch 1.000 oder 2.000 erreichen. Wer einen CFD handelt, sollte die Wirkungsweise solcher Hebel verstehen.

Stop-Loss-Order beim CFD Handel

Ein CFD kann beim Hebel 1:100 beispielsweise eine Preisdifferenz von einem Euro erhalten, wenn er 100 Euro kostet und sich der Kurs des Basiswertes um einen Punkt verändert. So sind viele CFDs auf den DAX aufgebaut, bei CFDs auf ein Forexpaar könnte ein Pip Differenz im Basiswert eine Preisveränderung beim CFD von 1,50 Euro auslösen. Im Einzelfall muss das der Anleger zunächst überprüfen. Es betrifft sein Risikomanagement. Sollte der Fall so wie für den DAX beschrieben liegen, würde der Anleger mit einem Stopploss von 10 DAX-Punkten 10 % seines CFD-Einsatzes riskieren, was hoch erscheint, während 10 DAX-Punkte eine sehr kleine Differenz sind. Diese kleinen Ausschläge vollführt der DAX praktisch in jeder Viertelstunde.

Damit gerät der Trader mit seinem CFD in eine Zwickmühle zwischen dem tatsächlichen Kursgeschehen am Markt und dem empfohlenen Risikomanagement, das viel kleinere Risiken vorsieht. Diese viel kleineren Risiken von einem bis höchstens zwei Prozent pro Trade beziehen sich allerdings immer auf das Gesamtkapital, das dem Trader zur Verfügung steht und das er verlieren könnte, ohne damit seine Existenz zu gefährden. Wenn diese Betrachtung ernst genommen wird – und das sollte sie -, dann kann der Trader niemals im Wert seines Gesamtkapitals mehrere CFDs zum Preis von jeweils 100 Euro mit einem Stopp von 10 DAX-Punkten setzen.

Der Fall könnte etwa so aussehen, dass dem Trader 3.000 Euro für sein Trading an der Börse zur Verfügung stehen, ein CFD 100 kostet und der Trader nun in Versuchung gerät, 30 CFDs auf den DAX zu setzen. Bei 10 Punkten Stopp könnte der Trader 300 Euro = 10 % seines Kapitals verlieren, was er sich nicht leisten sollte. Es gibt zwar Tradingansätze mit 10 % Risiko pro Trade, bezogen auf das Gesamtkapital, diese gelten jedoch als unsicher und mehr oder weniger als Glückssache. Es ist nämlich durchaus möglich, dass ein Trader zehnmal hintereinander verliert, dann wäre sein Gesamtkapital weg.

CFDs mit angemessenem Risikomanagement

Wer mit angemessenem Risikomanagement handeln möchte, muss entweder sehr stark diversifizieren, also auf etliche verschiedene Werte setzen, oder innerhalb eines einzigen Wertes sehr oft mit kleinen Positionen handeln. Beides ist möglich und bietet sich auch in Kombination an. Die zweite Möglichkeit – einen einzigen Wert wie den DAX sehr oft zu handeln – wird seltener kommuniziert, ist aber unter Umständen eine sehr brauchbare Variante. Der Trader kann immer wieder Positionen in beiden Richtungen per Kaufstopp programmieren und hätte damit sogar eine Art Expert Advisor programmiert, bei dem er nicht unbedingt ständig den Bildschirm beobachten muss.

Es könnten beispielsweise jeweils CFDs für 100 Euro als Call und Put eingebucht werden, die beiden Kaufstopps lägen bei einem Gesamtkapital von 3.000 Euro 30 Punkte voneinander entfernt, das Risiko läge damit bei einem Prozent pro Einbuchung der beiden Scheine (wenn der CFD ohne Spread und Gebühren zu handeln wäre, wie es oft der Fall ist). Der Trader geht dann davon aus, dass zwar manchmal beide Scheine eingebucht würden und damit ein Prozent Verlust entstünde, in vielen Fällen ist das aber nicht der Fall, der Trend setzt sich in eine Richtung fort. So ein System, das sehr oft hintereinander und wohlgemerkt auch nur bei einem einzigen Wert durchgeführt werden kann, berücksichtigt das klassische Risikomanagement und erlaubt es dennoch, hoch gehebelt mit CFDs zu handeln. Überdies lässt sich diese Methode auch diversifiziert mit mehreren Assets durchführen, außerdem hedgen sich vielfach die Scheine gegenseitig. Für den CFD Handel drängen sich solche Methoden geradezu auf.

10 Tipps für Einsteiger

Das Trading mit CFDs lohnt sich definitiv, es lohnt sich sogar immer mehr. Im Jahr 2016 werden die Börsen weltweit automatisiert gehandelt, gerade im Bereich des Derivatetradings sind schon zu rund 70 Prozent Expert Advisors aktiv, die auf engstem Raum Positionen eingehen und schließen können. Die Volatilitäten werden damit vielfach knapper. Dieser Trend ist seit dem Beginn der 2000er Jahre zu beobachten, wenn er auch schwer zu verifizieren ist. Nur Trader, die einzelne Werte an der Börse über Jahre tagtäglich beobachten, merken, dass sich die engen Ranges von Tag zu Tag häufen. Das bedeutet jedoch für Knock-out-Trader, dass sie mit geringen Einsätzen ihre Gebühren nicht mehr verdienen können. Beim Umstieg auf CFDs wären sie von diesen Gebühren befreit. Daher heißt der folgende Exkurs auch „Tipps für Einsteiger“ und nicht „Tipps für Trading-Neulinge“, denn altgediente Zertifikatetrader können diese Tipps beim Umstieg auf CFDs ebenso gebrauchen.

Rollkosten
Wenn ein CFD auf einem Terminkontrakt basiert, dann wird er mit dessen Auslaufen in die nächste Periode „gerollt“. Der Kontrakt endet, der CFD kann open-end laufen. Dieses Rollen verursacht Finanzierungskosten, an welche die Trader denken müssen. Diese Kosten sind winzig, spielen aber bei längerfristigen Anlagen (einem Trend-Trading über Monate) eine gewisse Rolle.

Finanzierungskosten
Es gibt darüber hinaus zusätzliche Finanzierungskosten auch beim kurzfristigen Halten von CFDs, die in zwei Bereichen anzutreffen sind: im Spread und in der Verzinsung von Overnight-Positionen. Call-Positionen werden für den Trader negativ, Put-Positionen positiv verzinst. Achtung, die Zinsen und Spreads wechseln ständig, es gibt keine Pauschalen.

Exotische Basiswerte
Es gibt sehr interessante, dabei äußerst exotische Basiswerte. Ein CFD auf solche Werte kann hohe Bewegungen vollführen, das wirkt natürlich verlockend. Im Forex-Bereich sind das vielfach Minors oder gleich vollkommen exotische Paarungen wie AUD/NZD oder noch verrücktere Sachen wie das Paar russischer Rubel gegen südafrikanischen Rand (falls das ein Broker anbietet). Vorsicht! Wer solche Paare nicht kennt, verbrennt sich mit dem CFD die Finger.

Hebel
Ein hoher Hebel wirkt immer verlockend, doch mit der hohen Gewinnchance geht ein hohes Verlustrisiko einher. Das wäre alles per Stopplossmanagement beherrschbar, doch Einsteiger sollten bedenken, dass sie erst einmal lernen müssen, wie ein CFD überhaupt reagiert.

DMA-Broker für denHandel nutzen
DMA-Broker (Broker mit einem Direct Market Access) verlangen manchmal kleine Kommissionen, bieten aber dafür niedrigere Spreads und gewähren Einblick in das Orderbuch. Auch die Orders können dort direkt platziert werden. DMA CFD Broker unterliegen viel kleineren Interessenkonflikten – wenn überhaupt.

Kein Handel ohne Stopp
Diese Weisheit hört sich für altgediente Trader banal an, sie muss dennoch immer wieder unters Volk gebracht werden. Gerade bei den hochgehebelten CFDS in hochvolatilen Märkten tendieren Trader schnell zum Verzicht auf den Stopp. Sie vernichten damit unweigerlich ihr Kapital. Manchmal muss man mit einem CFD mehrmals einsteigen.

Nachschusspflicht
Zwar schließen Broker eine Position in der Regel automatisch, wenn die CFD-Margin unterschritten wird, dennoch kann es eine weitergehende Nachschusspflicht geben: nämlich bei Overnight-Gaps. Das muss der Trader vorab in Erfahrung bringen.

Überschaubare Einsätze
CFDs können unglaublich profitabel sein, daher muss niemand allzu hoch pokern. Lieber sollten mehrere Werte gebucht werden, als auf ein Underlying einen irrsinnig hohen Betrag zu setzen. Das kann bei einem technischen Ausfall trotz aller Stopplosses das Gesamtkapital vernichten.

Technische Analyse erlernen
Auch beim Trading hilft die technische Analyse weiter, vielleicht sogar mehr als bei vielen anderen Trading-Aktivitäten. Trader sollten sie also konsequent erlernen und sich nicht nur als Trittbrettfahrer anderer Trader betätigen. Der Lernaufwand lohnt sich auf jeden Fall.

Social Trading
Dieser Tipp widerspricht zwar dem Vorhergesagten, doch auch die sozialen Trading Netzwerke wie eToro sind natürlich hilfreich beim CFD Trading. Es kann nicht schaden, sich hier Gleichgesinnte zu suchen und auch für einige Zeit Follower von einigen erfolgreichen Tradern zu werden.

CFD handeln – Vorteile und Vorbereitung

CFD Trading ist echtes Turbotrading mit Hebeln bis zum Tausend- oder Zweitausendfachen des Underlyings. Hinzu kommen die geringen bis wegfallenden Gebühren, die auch ein Scalping auf engstem Raum und gleichzeitig mit geringem Einsatz attraktiv erscheinen lassen. Da kommen selbst die beliebten Knock-outs nicht mit, von klassischen Optionsscheinen ganz zu schweigen. Dennoch verlangt CFD Trading bei allen Vorteilen – es gibt noch mehr davon – eine solide Vorbereitung und das strikte Einhalten von Regeln.

Wie sollte ich auf das CFD Trading vorbereitet sein?

Experten, die praktisch CFDs handeln, sind durch die Bank und „zu 100 Prozent“ sicher, dass Anfänger mit CFDs bankrottgehen. Wer in diesen Turbohandel mit seinen unendlichen Möglichkeiten einsteigt, muss zuvor Aktien und andere Derivate wie Optionsscheine, Knock-outs und vielleicht auch Binäre Optionen gehandelt haben. Das Knock-out-Trading ist ein sehr guter Einstieg für das CFD Trading, doch Vorsicht: Es gibt kaum Knock-outs, die sich so rasant bewegen können wie ein CFD. Ein einfacher Hintergrund hierfür sind Einbuchungsschwellen bei den meisten höher gehebelten Knock-outs, die erst ab einem Preis von 1,01 € gehandelt werden können, was den Hebel von vornherein limitiert.

Wer natürlich einen Knock-out erwischt, der sich mit 30 Cent außerbörslich einbuchen lässt und damit per se über einen hohen Hebel verfügt, kann durchaus wie mit einem CFD in Minuten mehrere Hundert Prozent Gewinn generieren. Die wenigsten Knock-out-Trader handeln aber so – sie folgen mit Kaufstopps im Preisbereich ab mindestens 1,01 € dem Kurs. Das hängt auch mit der Gebührenstruktur zusammen, denn Knock-out-Trading kostet nirgendwo weniger als 10 Euro pro Turn-round, meistens mehr, während viele CFDs kostenlos gebucht werden können. Das verleitet sehr schnell zum Overtrading, das zu den größten Gefahren zählt.

Vorbereitung auf Verluste im CFD Trading

Wer lange braucht, um einen Verlust zu verdauen, sollte die Finger vom CFD Trading lassen. Diese Verluste sind hier an der Tagesordnung und müssen daher gut und vor allem strikt kalkuliert werden. Stopp-Strategien sind hier Pflicht und nicht mehr nur bloße Kür, eine zuverlässiger Internetanbindung und ein höchst zuverlässiger Broker gelten als essenziell. Die Stopps müssen vor dem Einbuchen schon im Geiste festgesetzt und nach dem Einbuchen sofort programmiert werden – ohne Wenn und Aber. Das fällt allein deshalb schwer, weil sich der Kurs die ganze Zeit weiterbewegt. Wer nach dem Einbuchen ausgestoppt wird, zuckt mit den Schultern und überlegt sich den nächsten Schritt. Diesem muss eine Strategie zugrunde liegen – CFD Trading „so auf Verdacht“ geht mit tödlicher Sicherheit schief.

Vorteile von CFDs

Neben dem Vorteil aller Derivate, in beide Richtungen handeln und dabei hedgen zu können, generieren CFDs einige Vorteile, die es bei anderen Derivaten nicht gibt:

  • CFDs werden weltweit und in sehr vielen Fällen rund um die Uhr gehandelt. Das gibt es bei Knock-outs nicht, deren Handel findet längstens zwischen 08.00 – 22.00 h MEZ statt. Vorsicht! Nächtliches Handeln ohne Schlaf kann zu verheerenden Verlusten führen.
  • Die Transaktionskosten können effektiv null betragen, denn es gibt sehr viele CFDs ohne Gebühren und ohne Spread. Wie der Broker dabei verdient? Das soll nicht Ihre Sorge sein. Vermutlich hedgt er sich nicht wie üblich mit Gegenpositionen, sondern setzt darauf, dass die Mehrheit der Trader verliert. Damit hat er völlig recht.
  • Analyse-Software: Nirgendwo sind die Software-Programme inklusive diverser kostenloser Tools so ausgereift wie bei den CFD-Brokern. Diese Programme ermöglichen den Handel auch rein privat heute auf der technischen Grundlage, die noch vor sehr wenigen Jahren nur Vollprofis zur Verfügung stand. Die Software wird zudem immer besser.
  • CFD Trading mit klarer Preisbildung: Knock-outs sind preislich teilweise schwer zu durchschauen, bei klassischen Optionsscheinen verrechnet sich praktisch jeder. CFDs hingegen erscheinen preislich überaus transparent, was bei den schnellen Aktionen äußerst wichtig ist.

CFD Trading: Banken locken mit Sonderkonditionen

Broker und Banken, die ihren Kunden das Trading mit CFDs anbieten, werben immer aktiver um neue Trader. Kostenlose Wertpapierdepots und FreeBuy-Gebührenmodelle sind keine Seltenheit mehr, so beispielsweise bei der OnVista-Bank, die aktuell in einer Neukundenaktion aktiven Trader ein Apple iPAD schenkt und im CFD Trading per Sonderpreisaktion das pauschale Buchen für 3,99 Euro von CFDs auf Aktien ermöglicht. Bei CFDs auf das Forex-Majorpaar EUR/USD beträgt der Spread nur einen kleinen Pip.

Warum ist ein CFD so günstig zu buchen?

In der Tat fragt es sich, wie der Hintergrund dieser überaus großzügigen Offerte zu bewerten ist. Immerhin hat ein Apple iPAD mit 16 GB Speicher und Wi-Fi einen nicht unerheblichen Wert (je nach Ausgabe um 300 bis 430 Euro). Die Trader müssen hierfür ein FreeBuy-Wertpapierdepot eröffnen und in den nächsten zwei Monaten mindestens 50 Trades durchführen. Jedoch zielt das FreeBuy-Wertpapierdepot mit der Option des kostenlosen Einkaufs auf Aktien, das Mindest-Ordervolumen für einen kostenlosen Kauf beträgt nämlich 1.000 Euro.

Der Trader müsste also entweder innerhalb von zwei Monaten Aktien für mindestens 50.000 Euro buchen, und zwar 50 einzelne Positionen, oder recht aktiv kaufen und verkaufen. Dennoch benötigt er einen deutlichen Kapitalstock, mit dem nur wenige Privatanleger handeln. Noch wichtiger: Es macht im Aktienbereich wenig Sinn, die Wertpapiere wöchentlich oder gar täglich zu kaufen und zu verkaufen. Die Gesamtrechnung belegt schnell: Das Apple iPad erhalten nur Menschen mit wirklich viel Geld. Die kleinen Trader schauen daher lieber auf das Gebührenmodell für die CFDs, für die es übrigens kein Apple iPad gibt, dafür aber die erwähnten Sonderkonditionen.

Wer sich ein wenig bei Online-Brokern auskennt, weiß die niedrige Ordergebühr von 3,99 Euro für einen CFD (oder eine Position aus mehreren CFDs auf ein Underlying) ebenso zu schätzen wie den niedrigen Spread von einem Pip beim EUR/USD. Die OnVista-Bank hat gute Gründe, ihre CFDs so günstig ordern zu lassen.

Bester CFD Broker – Gibt es den eigentlich?

Den Titel als bester CFD Broker teilten sich beim Test von Euro am Sonntag im Vergleich die drei Broker WH SelfInvest, IG Markets und CMC Markets. Andere Vergleichsportale gestanden Cortal Consors zumindest phasenweise ebenfalls den Titel als bester CFD Broker zu. Was sollen die Broker leisten, um in diesem viel beachteten Ranking die Nase vorn zu haben?

Worum geht es eigentlich beim Titel „Bester CFD Broker“?

CFDs sind so riskant wie faszinierend, nach einer Studie von Investment Trends könnte die Zahl der aktiven Trader bei rund 40.000 bis 45.000 Deutschen liegen. Solche Zahlen sind schwer zu ermitteln, weil hierbei nur die Zahl der Konten gezählt wird, während sich die genauen Aktivitäten praktisch kaum ermitteln lassen. Wer bester CFD Broker ist, könnte also einen ordentlichen Kundenstamm gewinnen, der allerdings kaum noch wächst. Daher wird der Konkurrenzkampf unter den Brokern immer schärfer.

Bester CFD Broker: Das sind die Anforderungen

Das Finanzmagazin €uro am Sonntag führte seinen Test gemeinsam mit dem DKI durch (Deutsches Kunden­institut in Düsseldorf), wobei die wichtigsten deutschen Anbieter einem gründlichen Test unterworfen wurden. Es handelte sich um 15 CFD-Häuser, ein Anbieter wollte nicht teilnehmen (Alpari), andere kleine Broker wurden nicht einbezogen, weil ihr Marktanteil zu niedrig ausfällt. Um in den Test als bester CFD Broker aufgenommen zu werden, mussten die Anbieter in fünf Bereichen die Fragen der Tester so genau wie möglich beantworten:

  • Kundenservice
  • Kosten
  • Umfang des Angebots
  • Handelsplattform
  • Webauftritt

Direkte Orderkosten erheben CFD-Broker (fast) nie, also zählen hier die Spreads, die Differenzen zwischen Bid und Ask. Diese verändern die Broker je nach Marktsituation und Emittent, für alle Beteiligten sind auch kleinste Unterschiede teilweise recht bedeutsam. Um das zu verstehen, muss man das CFD-Geschäft kennen. Hierbei scalpen viele Trader winzige Differenz, buchen also per Kaufstopp und stellen den Gewinnstopp sofort ins Plus, wenn das möglich erscheint.

Etwas zu viel Spread macht diese Strategie zunichte. Tester ermitteln im Vergleich daher nicht den „günstigsten Broker“, denn kostenlos gebucht werden kann praktisch überall, sondern ermitteln die realen Kosten anhand der Spreads, die auch über längere Phasen beobachtet werden müssen. Erfreulicherweise konnten die Testsieger sehr gut abschneiden, immerhin acht Broker erreichten ein gutes Ergebnis, vier schnitten nur befriedigend ab. Im Vergleich erhielt der Kundenservice mit 35 Prozent das höchste Gewicht, sechs der getesteten Broker konnten mit sehr gutem Ergebnis überzeugen, ebenso viele waren gut, drei der Broker nur befriedigend in ihrem Kundenservice.

In dieser Hinsicht bemühen sich die Anbieter wirklich, wie der DKI-Studienleiter Jörn Hüsgen lobend vermerkte. Es gäbe in kaum einem Segment so viele Live-Webinare, Vor-Ort-Seminare und Online-Videos wie bei den CFD-Brokern, so Hüsgen. Nur einer der Broker fiel eher durch, City Index bietet keine Anfänger- und auch keine Strategieseminare an. Testanfragen per Mail beantworten die Broker durchschnittlich in sieben Stunden, bei ActiveTrades waren es nur 59 Minuten, bei IG Markets 14,4 Stunden, dennoch ist das ein „Bester CFD Broker“. Einige Broker, so GKFX und die Saxo Bank, beantworten nicht jede Frage des Kunden. Mails und der telefonische Support fielen überwiegend sehr freundlich aus, Warteschleifen am Telefon dauern durchschnittlich knapp 40 Sekunden außer bei der Saxo Bank und bei flatex. Die Saxo Bank wirkt teilweise auch unfreundlich. Wichtig ist Kompetenz, denn wer bester CFD Broker werden will, muss auch ungewöhnliche Kundenfragen hinreichend beantworten können.

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